
19.03.2026
Wie gelingt die Anerkennung ausländischer Pflegefachkräfte trotz neuer Anforderungen?
Katrin Fleischmann, Anerkennungsberaterin bei der IN VIA sprach mit Vertreterinnen der ADK GmbH:
Viele Arbeitgeber*innen und Pflegefachschulen äußerten mit Einführung des neuen Pflegeausbildungsgesetzes die Befürchtung, die Anpassungslehrgänge und somit die Begleitung zur vollen Anerkennung von ausländischem Fachpersonal aufgrund der Anforderungen durch die neue generalistische Pflegeausbildung nicht mehr leisten zu können. Ich bin mit Frau Deutschle, Pflegedirektorin des Alb-Donau Klinikums (ADK GmbH) und Frau Jäger, Leiterin der ADKmie zu der auch die Pflegefachschule der ADK in Ehingen gehört, zu einem Gespräch über diese Situation verabredet.
Die Alb-Donau-Kliniken begleiten schon lange erfolgreich Personen im Verfahren zur Anerkennung des Pflegeberufs. „Es herrscht bundesweit Fachkräftemangel“, so Frau Jäger, „auch wir versuchen, unsere Fluktuation auszugleichen und parallel uns für die Zukunft aufzustellen.“
Die ADK GmbH führt seit einiger Zeit die Anerkennung nur noch über Kenntnisprüfungen durch. Frau Jäger: „Wir haben vor einigen Jahren den Vorbereitungskurs für die Kenntnisprüfung eingerichtet.“ Das Konzept sieht vor, dass die Personen mit ausländischer Qualifikation ein halbes Jahr als anerkannte Pflegehelfer*innen in der Klinik arbeiten, um das deutsche Gesundheitssystem und den Arbeitsalltag in der Pflege kennenzulernen. Danach beginnt der Vorbereitungskurs, welcher ca. 6 Monate dauert. Auf eine Woche in der Pflegefachschule folgen drei Wochen Einsatz am Arbeitsplatz in den Bereichen Akutpflege, Langzeitpflege und ein Einsatz im ambulanten Pflegedienst. Die ADK GmbH hat den Vorteil, alle drei Bereiche abdecken zu können. Nach Ende des Vorbereitungskurses erfolgt die Prüfung, die auch von der Berufsfachschule Pflege der ADK durchgeführt wird.
Um Fachkräfte aus dem Ausland sowohl kulturell als auch fachlich sehr gut zu begleiten und zu integrieren, hat die ADK einen Integrationsbeauftragten und eine Praxisanleiterin etabliert. Der Integrationsbeauftragte unterstützt bei Behördengängen und steht für alle Fragen aus dem Alltag zur Verfügung und ist damit ein persönlicher Ansprechpartner und eine Vertrauensperson. Die ADK bietet u.a. Gruppenangebote, auch für das gesamte Klinikpersonal an, verbunden mit der Intention, die Integration und das Kennenlernen des Personals untereinander zu fördern.
Meine Gesprächspartnerinnen sind sich einig, dass diese große Unterstützung des Personals dem Fachkräftemangel entgegenwirkt – es bindet zudem die Arbeitnehmer*innen an den Betrieb. Einen positiven Effekt erfahren sie auch, wenn die Fachkräfte in ihren Familien oder ihrer Community weitere Menschen anwerben.
Durch dieses Gespräch wurden die Gründe für die Wahl der Kenntnisprüfung und die Abläufe, die zu einem Erfolg führen, verdeutlicht. Die ADK GmbH geht beim Integrationsmanagement ausländischer Mitarbeiter*innen einen innovativen Weg.
Text: Katrin Fleischmann, IN VIA Beratungszentrum zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen