
08.12.2025
Eine Online-Veranstaltung der AJO e. V. in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd und der Pädagogischen Hochschule Weingarten bot einen umfassenden Einblick in die vielfältigen Wege für Lehrkräfte mit im Ausland erworbenem Abschluss. Die Veranstaltung fand im Rahmen von BRIGDE-Qualifizierungsbegleitung in Ostwürttemberg statt. Die gut besuchte Veranstaltung mit 20 Teilnehmenden zeigte eindrucksvoll, wie Chancen genutzt und Hürden überwunden werden können.
Zu Beginn gab es eine Bestandsaufnahme durch die Projektleitung von BRIDGE: Die Betreuung, Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen ist anspruchsvoll – und verlangt nach hoher Qualifikation, insbesondere guten Deutschkenntnissen. An diesem Punkt setzt BRIDGE an und bietet ein umfassendes Begleitpaket für die Teilnehmenden und kooperiert dabei mit wichtigen Partnern in der Region.
Zentrale Herausforderungen wie das Anerkennungssystem wurden transparent benannt. Berufliche Anerkennung der im Ausland erworbenen Qualifikationen variiert stark und erfordert oft zusätzliche Schritte. Neben der direkten Eingliederung in Berufe der Kindererziehung gibt es zahlreiche Optionen: Qualifizierungs- und Anpassungslehrgänge, den Direkteinstieg KiTa oder eine Beschäftigung als pädagogische Fachkraft in Kindertagesstätten ohne sofortige Vollanerkennung. Hier setzen spezialisierte Programme und Beratungsangebote an.
Ein weitreichendes Spektrum an Unterstützungsangeboten wird im IGEL-Programm der PH Weingarten umgesetzt. Prof. Dr. Claudia Bergmüller-Hauptmann (IGEL-Projektleitung) und Jaqueline Garcia Ferreira Fuchs (Koordination und Beratung in IGEL) berichteten über aktuelle Entwicklungen und neue Perspektiven für internationale Lehrkräfte. Das IGEL-Programm zur Integration und Gleichstellung internationaler Lehrkräfte bereitet sprachlich, fachlich und organisatorisch ideal auf das Nachstudium vor und unterstützt beim erfolgreichen Abschluss.
Ein weiteres Highlight war der Beitrag von Frau Dr. Monika Becker, Leiterin des Akademischen Auslandsamts der PH Schwäbisch Gmünd, die die praxisnahen Schritte zur Bewertung internationaler Zeugnisse erläuterte. Ihre Ausführungen gaben Denkanstöße, wie der Weg zu einer anerkannten Lehrbefähigung trotz unterschiedlicher Ausbildungslinien erfolgreich gestaltet werden kann.
Insgesamt bot die Veranstaltung einen ermutigenden Blick auf die Chancen, die sich Lehrkräften mit ausländischem Lehramtsabschluss in Ostwürttemberg eröffnen. Drei Erfahrungsberichte von Frauen, die ihren Weg als pädagogische Fachkräfte in Deutschland gemeistert haben, machten Mut und zeigten, dass es realistische, gut unterstützte Wege gibt. Zwei der Berichtenden waren ehemalige Projektteilnehmerinnen von BRIDGE.
Die praxisnahe und inspirierende Online-Veranstaltung schuf Zuversicht – gerade für jene, die sich auf dem schwierigen Weg der Rückkehr in den Lehrberuf befinden. Mit Blick auf die Zukunft betonen Initiator*innen und Teilnehmende zugleich die Bedeutung nachhaltiger Unterstützungsstrukturen, zügiger Anerkennungsverfahren und zugänglicher Bildungsangebote für eine inklusive, hochwertige Bildung in Ostwürttemberg.
Text: Tarla B. Naffin (AJO e. V.)
* Foto von links nach rechts: Tarla B. Naffin (AJO e. V.), Prof. Dr. Claudia Bergmüller-Hauptmann (PH Weingarten), Jaqueline Garcia Ferreira Fuchs (PH Weingarten), Dr. Monika Becker PH (Schwäbisch Gmünd)