
23.06.2025
Viktoriia Tymoshchuk, aus der Ukraine, kam 2022 allein nach Deutschland. Der Anfang war jedoch nicht einfach: Nachdem sie zwei Monate allein in Deutschland verbracht hatte, kam ihr minderjähriger Bruder zu ihr, den sie drei Monate lang alleine betreuen musste, bis schließlich auch ihre Mutter nach Deutschland nachkam. Heute lebt die Familie gemeinsam in Aalen, und Viktoriia Tymoshchuk hat es geschafft, nicht nur ihre Familie zu unterstützen, sondern auch ihre berufliche Karriere zielstrebig voranzutreiben.
Eine ihrer größten Stärken ist ihre Sprachkompetenz. Bereits seit der 5. Klasse lernte sie Deutsch in der Schule und legte großen Wert auf ihre Sprachkenntnisse. Zwei Tage vor ihrem ersten Arbeitstag in Deutschland legte sie noch die C1-Prüfung ab – ein deutliches Zeichen für ihre Entschlossenheit und ihre Motivation, in Deutschland Fuß zu fassen.
Besonders schätzt Viktoriia Tymoshchuk in Deutschland die kulturelle Vielfalt und die Offenheit der Gesellschaft. Sie fühlt sich willkommen und schätzt es, dass Unterschiedlichkeit als etwas Normales und Bereicherndes angesehen wird. Auch ganz alltägliche Dinge wie ein Bummel über den Wochenmarkt und frische Brezeln und Brötchen machen für sie das Leben in Deutschland lebenswerter.
In der Ukraine hatte sie ein Studium zur Lehrerin für Englisch und Deutsch begonnen, das sie aufgrund des Krieges unterbrechen musste. Doch sie ließ sich nicht entmutigen: Sie setzte ihr Studium online fort und schloss es 2024 erfolgreich ab. Wie viele andere ausländische Fachkräfte stand auch sie anschließend vor bürokratischen Hürden bei der Anerkennung ihrer Qualifikationen in Deutschland.
Hier kam das Projekt „BRIDGE – Qualifizierungsbegleitung in Ostwürttemberg“ ins Spiel – ein Angebot der AJO e. V., das Viktoriia Tymoshchuk umfassend unterstützte. Im Rahmen von BRIDGE erhielt sie nicht nur Hilfe bei der Anerkennung ihrer ausländischen Abschlüsse, sondern auch eine gezielte Begleitung im Qualifizierungsprozess. Obwohl ein Teil ihres Studiums nicht anerkannt wurde, blieb sie dran und suchte mit Hilfe des Projekts nach einer passenden beruflichen Perspektive.
Dieser Einsatz zahlte sich aus: Durch eine Vermittlung in der AJO e. V. fand sie im April 2025 eine Anstellung als Bewerber-Coach im Bewerber-Café – ebenfalls ein Angebot der AJO e. V. Dort kann sie ihre eigenen Erfahrungen, ihr Wissen über den Integrationsprozess sowie ihre sprachliche und interkulturelle Kompetenz gezielt an andere weitergeben.
Viktoriia Tymoshchuk ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie Integration gelingen kann – mit persönlichem Engagement, gezielter Unterstützung und der Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Ihr Weg zeigt, wie wichtig es ist, Angebote wie BRIDGE wahrzunehmen und aktiv an der eigenen beruflichen Entwicklung zu arbeiten.
Mehr Informationen zu „BRIDGE-Qualifizierungsbegleitung in Ostwürttemberg“: https://www.ajoev.de/projekt-bridge/
Text: Sara Haenecke (AJO e. V.)