Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung“ (IQ)
Katharina Blauth-Baer

Bereitstellung Selbstinformationssäule und Handout für Zugewanderte

Name Katharina Blauth-Baer
Funktion Agentur für Arbeit Stuttgart, Migrationsbeauftragte und Interkulturelle Botschafterin
Ziel des Projektes Ziel ist es, den Mitarbeitenden die Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen, damit sie den Zugewanderten einen kompakten Überblick über das vielfältige Angebot zur Information und Beratung für Zugewanderte in Stuttgart geben können.

Welches Thema bearbeiten Sie im Rahmen Ihres Projektes?

Ich habe mir als Ziel gesetzt, Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen, die es den Mitarbeiter*innen erleichtern sollen, insbesondere zugewanderte Kund*innen mit Sprachbarrieren besser zu informieren. Hierbei war es mir wichtig, dass Kund*innen nicht nur Hilfestellungen zu arbeitsbezogenen Fragen erhalten, sondern auch Informationen dazu, wo sie sich Hilfe zu Alltagsfragen holen können.
Deswegen habe ich zum einen Arbeitsmittel zu den Arbeitsabläufen und Unterstützungsmöglichkeiten in der BA, und zum anderen zu den vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten in Stuttgart allgemein zur Verfügung gestellt. Hier geht es vor allem um die zahlreichen muttersprachlichen Angebote zu Alltagsfragen.

 

Was wurde bisher erreicht und wie sind Sie vorgegangen?

Die Abstimmungsgespräche mit Bereichs- und Geschäftsleitung legten den Rahmen des Praxisprojektes fest. Wir haben gemeinsam entschieden, dass im ersten Schritt die Mitarbeiter*innen der Eingangszonen (EZ) unterstützt werden sollen. Da Zugewanderte mit Sprachbarrieren vorrangig persönlich in der EZ vorsprechen (im Gegensatz zum Servicecenter), und dabei auch nonverbale Kommunikation zur Verständigung genutzt werden kann, sehen wir in der EZ den größten Bedarf.
Nach Festlegung der Eckpunkte stellte ich das Projekt in fast allen Teams (inklusive Eingangszone) vor, und lud alle Mitarbeiter*innen zur Beteiligung ein.
Ich plante Fragebögen mit Mitarbeiter*innen der EZ um deren Unterstützungswünsche zu ermitteln. Hierbei war es mir wichtig, dass die Kolleg*innen sowohl in Freitexten eigene Vorschläge machen, als auch, meine Vorschläge bewerten konnten (z.B. Als wie hilfreich empfinde ich welches Angebot?).

Zur Auffrischung meines Wissensstandes zur Arbeitssituation in den EZ hospitierte ich bei den entsprechenden Mitarbeiter*innen. Auf Basis des gesammelten Feedbacks sowie der erhaltenen Informationen erstellte ich meinen Fragebogen. Und zur Überprüfung der Praxistauglichkeit dessen habe ich mir Feedback von den Teamleitern der EZ und einer einzelnen Mitarbeiterin als Testperson geholt.

Die Durchführung der Befragung fand in einer Teamsitzung statt. Zur Veranschaulichung der Angebote hatte ich verschiedene Flyer dabei. Ich stand für Fragen und zum Austausch zur Verfügung. Alle anwesenden Mitarbeiter*innen beteiligten sich aktiv an der Umfrage. 

Anschließend folgte eine umfassende Recherche zu passenden Angeboten. Hier tauschte ich mich intern und extern aus. Als internes Netzwerk nutzte ich den Austausch mit dem Netzwerk Interkulturelle Botschafter*innen, und den Rucksackträgern Migration in der BA und der BCA. Extern tauschte ich mich vor allem mit dem „Gesamtprogramm Sprache“ aus. Das ist ein Netzwerk aus Mitarbeiter*innen städtischer Institutionen, Sozialträgern und Sprachkursträgern welches sich zum regelmäßigen Austausch seit fast 15 Jahren trifft, und daher umfassende gegenseitige Unterstützung bietet.

Dann habe ich Flyer von ausgewählter Netzwerkpartnern, die das vielfältige Unterstützungspotential in Stuttgart wiederspiegeln, zusammengetragen. Die Informationssäule bietet jetzt dieses externe Angebot in Stuttgart zusammen mit Flyern der Agentur für Arbeit und einem Handout. Dieses Handout ist in Einfacher Sprache verfasst. Es bietet einen Einblick in den Bewerbungsprozess in Deutschland, einen Überblick über den Vermittlungsprozess in der Agentur für Arbeit und die Beratungsangebote speziell in Stuttgart. 

Abschließend wurde das Projekt auf der Abschlussveranstaltung Interkulturelle Botschafter*innen, sowie in allen Teams des Hauses präsentiert. Eine Präsentation der Informationsbroschüre Migration im „Gesamtprogramm Sprache“ ist in 2020 geplant.

Zukünftig werde ich weiterhin evaluieren, wie hilfreich die Unterstützungsangebote von den Mitarbeiter*innen empfunden werden. Dabei soll die Frage geklärt werden, welches Verbesserungspotential es gibt. Diese Evaluation ist für Ende 2020 geplant.
 

Ihr Tipp für eine erfolgreiche Umsetzung:

Es ist wichtig, möglichst viele Mitarbeiter*innen der Agentur für Arbeit und Netzwerkpartner im Bereich Migration mit einzubeziehen. So stelle ich eine umfassende Informationsgrundlage sicher und erreiche einen hohen Unterstützungsgrad in der Institution.
Wählen Sie eine Methodik, die Sie gut beherrschen (bspw. Fragebogen vs. Interview).

Projektraster Download