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Warum ist es wichtig, dass Ihre Berufsqualifikation anerkannt wird? Zum Beispiel Ihr Berufsabschluss?

Wenn Sie Ihre Berufsqualifikation anerkennen lassen,
wird manches leichter.
Zum Beispiel, in Deutschland eine Ausbildung zu machen
oder zu studieren.
Oder eine Arbeit zu finden.

Ihr Berufsabschluss wird nach den Inhalten,
nach der Form und nach der Dauer geprüft.
Wenn Ihr Berufsabschluss anerkannt wird,
ist er genauso viel wert,
wie ein deutscher Berufsabschluss.

In vielen Berufen brauchen Sie eine Anerkennung,
um in Deutschland arbeiten zu dürfen.
Das sind die reglementierten Berufe.
Reglementierte Berufe sind Berufe,
bei denen es um die Sicherheit oder Gesundheit
von anderen Menschen geht.
Zum Beispiel

  • medizinische Berufe, wie Ärzte/innen
    Gesundheits- und Pflegeberufe.
  • pädagogische Berufe, zum Beispiel Erzieher/in.

Auch wenn Sie einen nicht reglementierten Beruf haben,
kann eine Anerkennung sinnvoll sein.
Die Arbeitgeber können Ihre Qualifikation dann besser einschätzen.

Wie oft werden Abschlüsse anerkannt?
Abschlüsse werden sehr oft anerkannt.
Von April bis Dezember 2012 gab es:

1.700     Prüfungen von ausländischen Abschlüssen.
1.199
davon wurden als gleichwertig anerkannt.
27
als teilweise gleichwertig.
57 als nicht gleichwertig.
406 Prüfungen waren noch offen

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

 

Welche Abschlüsse können anerkannt werden?

Schulische Anerkennung
Hier geht es um die Anerkennung
ausländischer Schulzeugnisse und Schulabschlüsse.
Sie brauchen das, wenn Sie in Deutschland zur Schule gehen,
eine Ausbildung machen oder arbeiten wollen.
Die Anerkennungsstelle in Baden-Württemberg
ist das Regierungspräsidium Stuttgart.

Akademische Anerkennung
Die akademische Anerkennung brauchen Sie,
wenn Sie in Deutschland studieren wollen.
Oder wenn Sie Ihren akademischen Grad benutzen wollen.
Zum Beispiel Bachelor, Master, Magister, Diplom oder Doktor.
Sie können Schulabschlüsse, Hochschulabschlüsse
oder Studienleistungen aus dem Ausland anerkennen lassen.
Anerkennungsstellen sind die deutschen Hochschulen.

Berufliche Anerkennung
Hier geht es um die Anerkennung Ihres Berufsabschlusses,
damit Sie in Deutschland in Ihrem Beruf arbeiten können.
Für die Arbeit in einem reglementierten Beruf
müssen Sie ihren Abschluss anerkennen lassen.

Die meisten Berufe in Deutschland sind nicht reglementiert.
Hier können Sie Ihren Abschluss anerkennen lassen.
Die Arbeitgeber können Ihre Qualifikation dann besser einschätzen.

Nicht reglementiert sind zum Beispiel
die rund 350 Ausbildungsberufe im dualen System.
Dual bedeutet: Hier findet die Berufsausbildung an 2 Orten statt.
In einer Firma oder einem Betrieb und in einer Berufsschule.
Zum dualen System gehören auch rund 180 Fortbildungsabschlüsse.
Fortbildungsabschlüsse machen Menschen,
die schon einen Berufsabschluss oder einige Berufserfahrung haben.

Bei nicht reglementierten akademischen Abschlüssen
gibt es kein Anerkennungsverfahren.
Sie können Ihre ausländischen Qualifikationen
trotzdem bewerten lassen.
Dafür ist die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) zuständig.

Wie läuft das Anerkennungsverfahren ab?

Zuerst sollten Sie einen Termin
für eine Anerkennungsberatung machen.
Dann müssen Sie die Anerkennungsstelle herausfinden.
Welche Anerkennungsstelle für Sie zuständig ist,
erfahren Sie in der Beratung
oder auf der Internetseite Anerkennung in Deutschland.

  • Bei der Ankerkennungsstelle müssen Sie den Antrag auf Anerkennung stellen.
    Fragen Sie vorher genau nach, welche Papiere Sie brauchen.
    Manchmal reicht eine normale Kopie der Papiere.

    Oft brauchen Sie eine beglaubigte Kopie.
    Beglaubigte Kopie heißt: Eine Person bestätigt mit einem Stempel,
    dass es eine echte Kopie vom Originalzeugnis ist.
    Dass Zeugnis und Kopie den gleichen Inhalt haben.
    Beglaubigen dürfen bestimmte Mitarbeiter/innen
    von Stadtverwaltungen, Handwerkskammern, Hochschulen, Gerichten, Pfarrämtern oder Notare.
    Fragen Sie bei der Beratung, wer Ihre Kopien beglaubigen kann.
    Meistens kostet das Beglaubigen Geld.

Ähnlich ist es mit Übersetzungen.
Meistens brauchen Sie Übersetzungen Ihrer Zeugnisse.
Diese Übersetzungen dürfen oft nur von Übersetzern sein,
die im In- oder Ausland öffentlich bestellt oder beeidigt sind.
Nur diese Übersetzer dürfen bescheinigen,
dass die Übersetzung vollständig und richtig ist.

Meistens brauchen Sie folgende Papiere für den Antrag:

  • Personalausweis oder Reisepass
    Das schwere Wort dafür ist: Identitätsnachweis
  • Beglaubigte Kopien Ihrer Originalzeugnisse
  • beglaubigte Kopien der übersetzten Originalzeugnisse
  • einen tabellarischen Lebenslauf in Deutsch
    Tabellarisch bedeutet: Sie schreiben in 2 Spalten.
    In der einen Spalte steht der Zeitraum.
    In der anderen Spalte steht,
    was Sie in diesem Zeitraum
    gearbeitet oder gelernt haben.
    Dazu schreiben Sie Informationen
    über wichtige Berufserfahrungen und Weiterbildungen.
    Wenn Sie dazu Bescheinigungen haben,
    geben Sie eine Kopie davon zum Antrag.
  • das ausgefüllte Antragsformular der Anerkennungsstelle
  • eine Erklärung, ob Sie schon einen Anerkennungsantrag gestellt haben, zum Beispiel in einem anderen Bundesland
  • bei reglementierten Berufen: eine Bescheinigung, dass Sie in Ihrer Heimat in diesem Beruf arbeiten durften

Nachdem Sie den Antrag gestellt haben,
erhalten Sie nach spätestens einem Monat eine Eingangsbestätigung.
Wenn alle Unterlagen vollständig sind,
beginnt die Prüfung auf Anerkennung.
Diese Prüfung dauert höchstens 3 Monate.

Bei nicht reglementierten Berufen:
Wenn Unterlagen fehlen, werden andere Dinge für die Prüfung genutzt.
Zum Beispiel Arbeitsproben, Fachgespräche, praktische und theoretische Prüfungen oder Gutachten.

Welche Ergebnisse gibt es beim Anerkennungsverfahren?

1. Keine wesentlichen Unterschiede

Sie bekommen eine Bescheinigung, dass Ihr Berufsabschluss genauso ist, wie ein deutscher Berufsabschluss.

2. Wesentliche Unterschiede

Bei nicht reglementierten Berufen:
Sie bekommen eine Bescheinigung, in der steht:
Welche Qualifikationen haben Sie?
Welche Unterschiede gibt es zum deutschen Abschluss?
Sie können sich dann direkt bewerben.
Oder Sie machen noch eine Schulung,
um die Unterschiede auszugleichen.

Bei reglementierten Berufen:
Sie erhalten die Berufszulassung unter Auflagen.
Das heißt, Sie müssen noch Weiterbildungen machen,
um die Unterschiede in der Qualifikation auszugleichen.
Solche Weiterbildungen können sein: eine Eignungsprüfung,
eine Kenntnisprüfung oder ein Anpassungslehrgang.

3. Keine Gleichwertigkeit

Damit ist Ihr Antrag abgelehnt.
Bei nicht reglementierten Berufen können Sie
eine Weiterbildung machen.
Bei reglementierten Berufen müssen Sie eine Weiterbildung machen.



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Nach welchen Gesetzen wird das Anerkennungsverfahren durchgeführt?

Alle Migranten/innen haben das Recht auf ein Anerkennungsverfahren.
Wenn es das für Ihren Beruf gibt.
Dafür ist es nicht wichtig, aus welchem Land Sie kommen
oder wie Ihr Aufenthaltsstatus ist.

Folgende Gesetze sind für das Anerkennungsverfahren wichtig:

  • EU-Berufsanerkennungsrichtlinie 2005/36/EG
    Dieses Gesetz gilt für die Länder der Europäischen Union (EU)
    sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz.
    In all diesen Ländern gelten die gleichen Regeln
    für reglementierte Berufe.
    Manche Berufsabschlüsse werden zwischen den Vertragsstaaten automatisch anerkannt:
    Ärzte/innen, Zahnärzte/innen, Tierärzte/innen, Apotheker/innen, Hebammen, Gesundheits- und Krankenpfleger/innen und Architekt/innen.
  • Anerkennungsgesetz des Bundes
    Das Anerkennungsgesetz gibt es seit 2012.
    Durch dieses Gesetz haben Menschen einen Anspruch darauf,
    dass die Anerkennung ihres Berufsabschlusses
    in Deutschland geprüft wird.
  • Anerkennungsgesetze der Bundesländer
    Für manche Berufe sind die Bundesländer zuständig.
    Deshalb haben die Bundesländer eigene Anerkennungsgesetze.
    In Baden-Württemberg heißt das Anerkennungsgesetz:
    Gesetz über die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen in Baden-Württemberg (BQFG des Landes).
    Das Gesetz regelt 160 nicht reglementierte Berufe.
    Und einige reglementierte Berufe wie zum Beispiel: Ingenieure/innen, Techniker/innen, Lehrer/innen, Erzieher/innen sowie Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/innen.
  • Bundesvertriebenengesetz (BVFG) aus dem Jahr 1953
    Das Gesetz ist für Migranten/innen, die Ihren Berufsabschluss in Polen, Bulgarien, Rumänien oder Ungarn gemacht haben.
    Oder in der der ehemaligen Sowjetunion oder Tschechoslowakei.
    Und
    die eine Spätaussiedlerbescheinigung
    oder einen Vertriebenenausweis haben.

    Diese Migranten/innen können sich aussuchen,
    ob sie die Anerkennung Ihres Berufsabschlusses
    nach dem Anerkennungsgesetz beantragen wollen.
    Oder nach dem  Bundesvertriebenengesetz.
    Der Vorteil ist:
    Der Antrag nach dem Bundesvertriebenengesetz
    kostet kein Geld.
    Der Nachteil ist:
    Bei diesem Antrag wird die Berufserfahrung
    nicht mit berücksichtigt.
    Lassen Sie sich beraten, was in Ihrem Fall besser ist.

Welche unterschiedlichen Voraussetzungen gibt es, um in Deutschland zu arbeiten?

Es gibt unterschiedliche Voraussetzungen für Migranten/innen,
um in Deutschland zu arbeiten.
Diese unterscheiden sich je nach Herkunftsland
und beruflicher Qualifikation.

  • Bürger/innen aus EU/EWR Staaten
    Damit sind Bürger/innen gemeint,
    die aus Ländern der Europäischen Union (EU) kommen.
    EWR bedeutet: Europäischer Wirtschaftsraum.
    Das sind die EU-Länder plus Island, Liechtenstein und Norwegen.

    Bürger/innen dieser Länder können innerhalb
    des Europäischen Wirtschaftsraums frei einreisen und arbeiten.
    Sie brauchen kein Visum
    und meist keine Aufenthaltsgenehmigung.
    Das gilt auch für Bürger/innen aus der Schweiz.
    Weitere Informationen dazu finden Sie hier. (Link zu https://www.anerkennung-in-deutschland.de/html/de/eu_liechtenstein_norwegen_island_schweiz.php)

  • Bürger/innen aus Drittstaaten
    Drittstaaten sind alle Länder, die nicht zur Europäischen Union
    und nicht zum Europäischen Wirtschaftsraum gehören.
    Bürger/innen aus Drittstaaten brauchen einen Aufenthaltstitel /
    eine Aufenthaltsgenehmigung,
    um in Deutschland zu leben und zu arbeiten.
    Diese können Sie in der deutschen Auslandsvertretung Ihres Heimatlandes beantragen.

    Zur Auslandsvertretung gehören zum Beispiel Botschaften und Konsulate.
    Ihre Berufsqualifikation muss in Deutschland anerkannt sein.
    Und Sie müssen schon einen Arbeitsplatz in Deutschlandgefunden haben.

    Ausnahmen Bürger/innen aus Australien, Israel, Japan, Kanada, Neuseeland, Südkorea den USA können erstmal ohne Aufenthaltstitel zum Arbeiten nach Deutschland einreisen.
    Nähere Informationen zu den Regeln für diese Bürger/innen finden Sie hier.
  • Für Akademiker/innen aus Drittstaaten: Blaue Karte EU
    Die Blaue Karte EU ist eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis.
    Sie gilt für 4 Jahre.
    Dafür brauchen Sie einen in Deutschland
    anerkannten Hochschulabschluss.
    Und einen Arbeitsvertrag in Deutschland.
    Das Gehalt im Vertrag muss bei mindestens 48.400 Euro liegen.

    Mangelberufe
    Oder Sie haben einen akademischen Mangelberuf.
    Das sind Berufe, in denen in Deutschland Fachkräfte fehlen.

    Das sind zum Beispiel Berufe aus der Mathematik, Technik, IT, Naturwissenschaft, Medizin.
    Dann muss das Gehalt im Arbeitsvertrag
    bei mindestens 37.752 Euro liegen.
    Nähere Informationen zur Blauen Karte EU finden Sie hier:
  • Fachkräfte mit Berufsausbildung
    In manchen Ausbildungsberufen
    fehlen in Deutschland Arbeitskräfte.
    Diese Berufe heißen: Engpassberufe.
    Wenn Sie so einen Beruf haben,
    können Sie leichter in Deutschland arbeiten.
    Weitere Informationen und eine Liste der Engpassberufe finden Sie hier.
    Weitere Voraussetzungen, um zu Arbeiten sind ein Arbeitsplatz
    und eine Ausbildung aus dem Ausland, die anerkannt wurde.

Wer hilft mir dabei, meinen Berufsabschluss anerkennen zu lassen?

Dazu gibt es 4 Beratungsstellen in Baden-Württemberg -
in Freiburg, Mannheim, Stuttgart und Ulm.
Eine Beratungsstelle ist für einen Regierungsbezirk zuständig.
Wir beraten dort Migranten/innen.
Sie erreichen uns telefonisch, mit einer E-Mail oder einem Brief.
Für ein persönliches Gespräch vereinbaren Sie bitte einen Termin.

Die Kontakte und Adressen finden Sie hier.

Wo muss ich meinen Antrag auf Anerkennung einreichen?

Je nach Beruf sind unterschiedliche Stellen für die Anträge zuständig.

Duale Ausbildungsberufe

Hier findet die Ausbildung an 2 Orten statt.
In einer Firma oder einem Betrieb und in einer Berufsschule.

Handwerksberufe:
Das sind Berufe, die zum Handwerk gehören.
Wie zum Beispiel Maler, Bäcker oder Elektroniker.
Für diese Berufe sind die Handwerkskammern (HWK)
in Baden-Württemberg zuständig.
Eine Liste der Handwerkskammern finden Sie hier.

Industriell-technische und kaufmännische Berufe:
Das sind die Ausbildungsberufe, die kein Handwerk sind.
Zum Beispiel Berufe, die zum Handel, zur Gastronomie
oder zum Verkehr gehören.

Für diese Berufe gibt es eine zuständige Stelle für ganz Deutschland:
IHK-FOSA Nürnberg.
IHK bedeutet: Industrie- und Handelskammer.
FOSA bedeutet: Foreign Skills Approval.
Das ist Englisch und bedeutet:
Ausländische Qualifikationsanerkennung.
Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der IHK-FOSA.


Reglementierte Berufe

Reglementierte Berufe sind Berufe,
bei denen es um die Sicherheit oder Gesundheit
von anderen Menschen geht.
Bei diesen Berufen sind in der Regel
die Regierungspräsidien zuständig.
Eine Liste der Regierungspräsidien finden Sie hier.

Gesundheitsfachberufe

  • Altenpfleger/innen, Gesundheits- und Krankenpfleger/innen, Hebammen: Regierungspräsidium Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart, Tübingen
  • Orthoptist/innen: Regierungspräsidium Freiburg
    Ein Orthoptist ist eine Fachkraft in der Augenheilkunde.
  • Rettungsassistent/innen: Regierungspräsidium Karlsruhe

Akademische Heilberufe

Lehrer/innen
Regierungspräsidium Tübingen

Ingenieur/innen
Ingenieurkammer Baden-Württemberg

Erzieher/innen  und Sozialpädagogen/innen
Regierungspräsidium Stuttgart

Wieviel kostet das Anerkennungsverfahren?

Die Kosten sind unterschiedlich hoch, je nach Aufwand.
Alle Anerkennungsstellen / zuständigen Stellen
haben Regeln für die Gebühren.
Die Kosten liegen meist zwischen 25 € und 1.000 €.
Die IHK FOSA und die HWK verlangen zwischen 100 € und 600 €.
Bei einem Ablehnungsbescheid liegen die Kosten
zwischen 100 € und 200 €.

Die Gebühren der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen / ZAB können Sie hier sehen.
Die ZAB ist für nicht reglementierte, akademische Abschlüsse zuständig.

Darüber hinaus können zusätzliche Kosten entstehen.
Zum Beispiel für Beglaubigungen, Übersetzungen oder Kopien.

Muss ich die Kosten selbst bezahlen?
Meistens ja.

Wenn Sie Kund/in der Arbeitsagentur oder des Jobcenters sind,
können die Kosten vielleicht übernommen werden.
Die Arbeitsagentur und Jobcenter vermitteln Arbeitsplätze.
Sie sind auch für das Arbeitslosengeld zuständig.
Sprechen Sie mit den Mitarbeiter/innen dort.

Wo finde ich weitere Informationen zur Berufsanerkennung?

Viele Informationen finden Sie auf der Internetseite
Anerkennung in Deutschland.
Hier können Sie auch nach den Anerkennungsbedingungen
für Ihren Beruf suchen.

 

 

Wo kann ich mich als Arbeitgeber/in über das Anerkennungsverfahren informieren und beraten lassen?

Sie können sich bei den Erstanlaufstellen und Kompetenzzentren informieren und beraten lassen. (Links).
Diese Beratungsstellen führen auch Schulungen durch.
Oder bei den Industrie- und Handelskammern
oder Handwerkskammern.
Informationen bieten auch die Migrationsberatungsstellen.

Wie kann ich Mitarbeiter/innen unterstützen, die ihren Berufsabschluss anerkennen lassen wollen?

Ihr/e Mitarbeiter/in muss den Antrag auf Anerkennung selbst stellen.

Sie können sie/ihn dabei unterstützen und beraten.
Viele Informationen finden Sie auf der Internetseite
Anerkennung in Deutschland.

Informationen für Unternehmen zu ausländischen Abschlüssen bietet die Internetseite BQ-Portal.

Wie kann ich künftige Mitarbeiter/innen aus dem Ausland bei der Berufsanerkennung unterstützen?

Informationen für künftige Mitarbeiter/innen aus dem Ausland finden Sie auf der Internetseite www.make-it-in germany.de.
Diese Internetseite bietet zum Beispiel Informationen zur Anerkennung, Visabeantragung und zum Leben in Deutschland - in vielen Sprachen.

Wo können sich Mitarbeiter/innen der Agenturen für Arbeit, der Jobcenter und ähnlicher Einrichtungen informieren?

Viele Informationen finden Sie auf der Internetseite Anerkennung in Deutschland, vor allem auch im Bereich Arbeitsvermittler. 

Die Bundesagentur für Arbeit hat alle wichtigen Informationen zum Thema Anerkennung in der HEGA 03/2012-17 zusammengefasst. 
HEGA bedeutet: Handlungsempfehlung / Geschäftsanweisung.
Sie können auch die Internetseite Berufliche Anerkennung nutzen.

Die Erstanlaufstellen und Kompetenzzentren bieten Schulungen zum Thema Anerkennung an.
Informationen bieten auch die Migrationsberatungsstellen.

Fragen und Antworten zur Qualifizierung

Was ist berufliche Qualifizierung?

Bei beruflicher Qualifizierung geht es darum,
sein Fachwissen zu erhalten und zu erweitern.
Damit haben Sie bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Es gibt unterschiedliche Qualifizierungen.
Manche Qualifizierungen finden direkt im Betrieb statt,
ohne Abschlussprüfung.
Andere Qualifizierungen sind viel umfangreicher.
Auf den nächsten Seiten erklären wir
die wichtigsten Qualifizierungsarten.

Anpassungsqualifizierung
Diese Qualifizierung ist für Migranten/innen,
die einen Bescheid über eine Teilanerkennung
Ihres Berufsabschlusses bekommen haben.
Das heißt: Sie müssen noch ganz bestimmte Sachen lernen,
um in Deutschland arbeiten zu dürfen.
Diese Sachen lernen Sie in der Anpassungsqualifizierung.
Wenn Sie die Anpassungsqualifizierung
erfolgreich abgeschlossen haben:
Dann können Sie wieder einen Antrag stellen,
dass Ihr Berufsabschluss anerkannt wird.

Nachqualifizierung
Die Nachqualifizierung ist für Menschen,
deren Berufsabschluss nicht anerkannt wurde.
Oder die keinen Berufsabschluss haben.

Die Nachqualifizierung ist vor allem für HWK- und IHK-Berufe.
HWK bedeutet: Handwerkskammer.
Es geht also um Berufe, die zum Handwerk gehören.
Wie zum Beispiel Maler, Bäcker oder Elektroniker.
IHK bedeutet: Industrie- und Handelskammer.
Dazu gehören die gewerblichen Berufe, die kein Handwerk sind.
Zum Beispiel Berufe, die zum Handel, zur Gastronomie
oder zum Verkehr gehören.

Sie können sich in der Nachqualifizierung
auf die sogenannte Externenprüfung vorbereiten.
Wenn Sie die Externenprüfung bestanden haben,
kann Ihr Berufsabschluss anerkannt werden.

Ergänzungsqualifizierung / Brückenmaßnahmen
Bei den Ergänzungsqualifizierungen oder Brückenmaßnahmen
geht es nicht um die formelle Anerkennung von Berufsabschlüssen.
Sondern es geht darum, wichtige Sachen zu lernen,
um eine gute Arbeit zu finden.
Diese Qualifizierungen richten sich zum Beispiel an Akademiker/innen.

Aufstiegsfortbildung
Aufstiegsfortbildungen sind für Menschen,
die schon eine Berufsausbildung und Berufserfahrung haben.
Ziel der Fortbildung ist es, im Beruf aufzusteigen.
Das heißt, im Beruf weiterzukommen.

In einem Handwerksberuf können Sie zum Beispiel Meister/in werden.
Weitere Abschlüsse sind zum Beispiel Techniker/innen, Fachkaufleute, Fachwirt/innen.

Umschulung
Umschulung bedeutet: Sie haben einen Berufsabschluss.
Sie können aber nicht mehr in diesem Beruf arbeiten.
Dann machen Sie eine Umschulung für einen anderen Beruf.
Eine Umschulung ist ähnlich wie eine neue Berufsausbildung.
Sie dauert aber nicht so lange.
Das Ziel ist ein neuer Berufsabschluss.

Werden die Qualifizierungen finanziell gefördert?

Auf den nächsten Seiten erklären wir einige Fördermöglichkeiten
für Qualifizierungen.
Es gibt noch weitere.

Bildungsgutschein
Bildungsgutscheine gibt es für Kunden/innen
der Arbeitsagenturen und der Jobcenter.
Sie müssen 3 Jahre Berufserfahrung haben.
Sie müssen arbeitslos sein.
Oder eine Arbeitslosigkeit soll konkret verhindert werden.
Oder Ihr Berufsabschluss wurde nicht anerkannt.

Durch den Bildungsgutschein
werden die Kosten für die Qualifizierung übernommen.
Es gibt aber kein Recht auf einen Bildungsgutschein.
Ob Sie einen Bildungsgutschein bekommen,
entscheidet die Arbeitsagentur oder das Jobcenter.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite
der Bundesagentur für Arbeit.

MeisterBAföG oder
Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG)

MeisterBAföG ist eine Förderung für Menschen,
die Meister in einem Handwerksberuf werden wollen.
Die Förderung ist auch für künftige Techniker oder Fachwirte.

BAföG bedeutet: Bundesausbildungsrderungsgesetz.
Die Förderung ist ein staatliches Darlehen.
Das Geld muss zurückgezahlt werden.
Vielleicht können Sie auch MeisterBAföG bekommen,
wenn Sie studiert haben.
Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite
des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

 

WeGebAU
Bei WeGebAU ist eine Förderung durch die Bundesagentur für Arbeit.
WeGebAU bedeutet:
Weiterbildung Geringqualifizierter
und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen.
Es geht um Menschen, die schon einen Arbeitsplatz haben.
Der Staat übernimmt (zum Teil) die Kosten für Weiterbildungen.

Die Förderung ist für:
Menschen, die keine Berufsausbildung haben.
Menschen, die in einem kleinen oder mittleren Unternehmen arbeiten.
Vor allem Menschen, die älter als 45 Jahre sind.

Kleine und mittlere Unternehmen haben höchstens 250 Mitarbeiter/innen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite
der Bundesagentur für Arbeit.

Bildungsprämie
Die Bildungsprämie ist für Menschen,
die schon einen Arbeitsplatz haben.
Oder die selbstständig sind.
Sie dürfen nicht zu viel verdienen.
Ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen
darf höchstens 20.000 Euro hoch sein.
Das Jahreseinkommen sind Ihre Einnahmen abzüglich der Kosten.
Fragen Sie Ihre/n Steuerberater/in
oder die Mitarbeiter/innen Ihres Finanzamtes:
Wie hoch ist mein zu versteuerndes Jahreseinkommen?

Bei der Bildungsprämie wird die Hälfte
der Weiterbildungskosten übernommen.
Jedoch höchstens 500 Euro.
Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des
Bundesministeriums für Bildung und Forschung.
Weiterbildungsangebote finden Sie auf der Internetseite
der Bundesagentur für Arbeit.

AusBILDUNG wird was - Spätstarter gesucht
Diese Förderung ist für Menschen,
die zwischen 25 und 35 Jahre alt sind
und keinen Berufsabschluss haben.
Oder die schon lange an einem Arbeitsplatz arbeiten,
für den man keine Berufsausbildung braucht.
Es geht darum, einen Berufsabschluss zu machen.
Oder wichtige Teile davon erfolgreich zu lernen.
Das heißt, auch in diesem Alter
können Sie noch eine Berufsausbildung anfangen.
Weiterbildungsangebote finden Sie auf der Internetseite
der Bundesagentur für Arbeit.

Wer kann mich zu Qualifizierungen beraten?

Zum Beispiel:

  • die Arbeitsagenturen und Jobcenter,
  • die Kammern und Berufsverbände
    Zum Beispiel Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer, Ärztekammer, Architektenkammer, Deutscher Pflegeverband
  • kommunale Stellen bei der Stadt- oder Gemeindeverwaltung
  • Bildungseinrichtungen
  • die Qualifizierungsberatung des IQ Netzwerks
    Baden-Württemberg
    Hier finden Sie die Kontaktdaten
    der 4 Qualifizierungsberatungsstellen.

Welche Qualifizierungsmöglichkeiten gibt es?

Es gibt sehr viele Qualifizierungsmöglichkeiten.
Lassen Sie sich am besten beraten.
Einen ersten Überblick über verschiedene Qualifizierungsmöglichkeiten bieten folgende Internetseiten:

Kann ich ohne einen anerkannten Berufsabschluss arbeiten?

Die meisten Berufe in Deutschland sind nicht reglementiert.
Nicht reglementiert bedeutet:
Sie brauchen Ihre Berufsausbildung nicht anerkennen zu lassen,
um in dem Beruf zu arbeiten.
Aber: Trotzdem kann eine Anerkennung sinnvoll sein.
Die Arbeitgeber können Ihre Qualifikation dann besser einschätzen.
Auch eine Anpassungsqualifizierung kann sinnvoll sein,
um Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen.

In einem reglementierten Beruf
müssen Sie Ihren Berufsabschluss vollständig anerkennen lassen.
Reglementierte Berufe sind Berufe,
bei denen es um die Sicherheit oder Gesundheit
von anderen Menschen geht.
Zum Beispiel

  • medizinische Berufe, wie Ärzte/innen,
    Gesundheits- und Pflegeberufe.
  • pädagogische Berufe, zum Beispiel Erzieher/in.

Ohne Anerkennung dürfen Sie in diesen Berufen nicht arbeiten.
Für die Anerkennung müssen Sie unter Umständen eine Prüfung machen oder eine Anpassungsqualifizierung.


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Das Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)" wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.
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