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meine-berufserfahrung.de testet in fünf Minuten die eigene berufliche Selbsteinschätzung

[www.meine-berufserfahrung.de] Von 1990 bis 2016 wurden in Deutschland 4,4 Millionen Geflüchtete registriert, so das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Viele der Menschen, die hier Schutz suchen, haben eine weiterführende Schule (vergleichbar mit einem Gymnasium) oder eine Berufsfachschule besucht oder gar einen Hochschulabschluss erzielt. Dennoch gibt es für diese Menschen Hürden bei der Arbeitsmarktintegration und das, obwohl eine sehr starke Erwerbsorientierung und eine ausgeprägte Arbeitsmotivation gegeben sind.

Die neue Webseite www.meine-berufserfahrung.de der Bertelsmann Stiftung gibt eine Übersicht über das, was in Deutschland für acht wichtige Berufe erwartet wird. Mit diesem Tool kann von Zugewanderten oder ihren Beraterinnen und Beratern in fünf Minuten die jeweilige berufliche Selbsteinschätzung getestet werden. Das Tool liegt in sechs Sprachen vor: Deutsch, Englisch, Arabisch, Farsi, Russisch und Türkisch.

Zur Webseite www.meine-berufserfahrung.de gelangen Sie hier.

Neue Broschüre "Was muss ich bei meinem Job beachten"

Das Projekt KuVi - Kulturelle Vielfalt in Betrieben des IQ Netzwerks Nordrhein-Westfalen hat eine Broschüre für Geflüchtete mit Informationen zu den Themen Arbeitsvertrag, Sozialversicherungen, Arbeitseinkommen (Lohnsteuer, Mindestlohn…), Mutterschutz und verschiedenen Beschäftigungsformen (Vollzeit/ Teilzeit, Befristet/unbefristet, Zeitarbeit..) zusammengestellt. Die Broschüre ist neben Deutsch in den Sprachen Arabisch, Tigrinya, Farsi, Englisch und Frazösisch verfügbar und kann hier online abgerufen oder bestellt werden. 

"Alphabet des Ankommens": Comicreportagen über den Neuanfang in einem fremden Land

[bpb] Wo muss ich hin? Welche Papiere muss ich ausfüllen? Wie sind die Menschen hier? Das aktuell erschienene Buch "Alphabet des Ankommens" zeigt in zwölf Comicreportagen den Neuanfang in einem fremden Land. Journalistinnen und Journalisten sowie Zeichnerinnen und Zeichner verarbeiten darin persönliche Geschichten von Menschen, die nach Deutschland kommen.

Das "Alphabet des Ankommens" ist ein Projekt des Deutschen Comicvereins e.V. und wurde von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) gefördert. Das Buch kombiniert Journalismus mit Comics, um das Thema Aus- und Einwanderung einmal anders anzugehen. E wie Ehrenamt, M wie Musik oder W wie Wohnsitz: Journalistinnen und Journalisten berichten mit Zeichnerinnen und Zeichnern aus zehn verschiedenen Ländern davon, wie Migration weltweit Menschen und Nationen prägt.

Mehr Informationen zum Projekt finden Sie hier auf der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und unter www.alphabetdesankommens.de

#neunmalklug Frage 9

Motor oder Bremse? Welchen Stellenwert hat migrantisches Unternehmertum in Deutschland?

Die gute wirtschaftliche Situation ist ein Grund dafür, dass der Gründungswille hierzulande eher verhalten ist. Doch eine Volkswirtschaft profitiert von Gründungen. Sie sind ein Zeichen von der Innovationsfähigkeit eines Landes, beleben den Arbeitsmarkt und Wettbewerb.

Insofern ist die Gründungsaktivität von Menschen mit Migrationshintergrund sehr erfreulich: Über die Hälfte der neu entstehenden Unternehmen in Deutschland wird von dieser Gruppe gegründet. Jährlich entspricht das rund 170.00 Existenzgründungen durch Migrantinnen und Migranten.1

Die Gesamtzahl der von Migrantenunternehmen geschaffenen Arbeitsplätze liegt zwischen 2,2 und 2,7 Millionen. Das entspricht 18 Prozent aller Arbeitsplätze in inhabergeführten mittelständischen Unternehmen. Zudem bieten Migrantenunternehmen im Schnitt mehr Ausbildungsplätze an als ihre deutschen Pendants und fördern oftmals die Außenwirtschaftsbezieungen mit anderen Staaten, da sie im Vergleich häufiger transnational aktiv sind2.

Interessant bei dieser Zielgruppe ist auch, dass wissensbezogene Dienstleistungen zunehmen, wohingegegen Neugründungen im Gast- und Handelsgewerbe zurückgehen3 

Bundesweite IQ Angebote:

Die Webseite in 14 Sprachen bietet Informationen zu Aufenthaltsrecht, erforderlichen Formalitäten, Qualifikationen, etc. 

 

#neunmalklug Frage 8

Am Ziel vorbei? Warum greifen die Angebote zur Arbeitsmarktintegration von geflüchteten Frauen nicht richtig?

Rund ein Drittel der Neuzugewanderten sind Frauen. Ihnen kommt bei der Integration der gesamten Familie eine zentrale Rolle zu. Wie wichtig dabei der Zugang zu Bildung und Beschäftigung ist, wird in der wissenschaftlichen und politischen Diskussion immer wieder betont. Studien zeigen allerdings bereits jetzt, dass geflüchtete Frauen in Deutschland bislang schlecht in den Arbeitsmarkt integriert sind. Und nicht nur das. Alarmierend ist, dass die Kluft zwischen den Geschlechtern, der sogenannte  Gender-Gap, unter geflüchteten Personen bezüglich Sprache, Ausbildung und Erwerbstätigkeit im Verlaufe des Aufenthaltes in Deutschland sogar größer wird. Die Gründe dafür sind einerseits mangelnde externe Kinderbetreuung sowie genügend Qualifizierungsangebote, die den Berufswünschen von geflüchteten Frauen entsprechen.[1]

Oft sind die Mütter alleine für die Kinderbetreuung zuständig. Für viele Frauen ist schon eine regelmäßige Teilnahme an Sprachkursen schwierig, weil diese zu Zeiten stattfinden, an denen sie nicht abkömmlich sind. Ähnlich sieht es mit anderen Angeboten aus, mit denen sie ihre Qualifizierungen vorantreiben könnten. Hilfreich wäre hier, die Frauen bei der Suche nach Kinderbetreuungsplätzen zu unterstützen und die Qualifizierungszeiten den Kernöffnungszeiten der Einrichtungen anzupassen.[2] Ein weiteres Problem ist, dass die meisten Fördermaßnahmen auf Berufe im Dualen System ausgerichtet sind, Handwerksberufe aber nicht unbedingt den Berufswünschen der geflüchteten Frauen entsprechen. Hier wäre eine Anpassung wünschenswert.[3]

 

Regionale IQ Angebote:

  • „Fokus Flucht“ – IQ Netzwerk Niedersachsen
  • „Berufliches Empowerment für geflüchtete Frauen“ – IQ Netzwerk Baden-Württemberg
  • „Berufliche Orientierungsberatung für geflohene Frauen“ – IQ Nezwerk Schleswig-Holstein

 

Bundesweite IQ Angebote:

  • Fachstelle Einwanderung
  • Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung

 

IQ Publikationen

  • Profile der Neueinwanderung 2017 – Spezifische Herausforderungen der Arbeitsmarktintegration geflüchteter Frauen, Dr. Christian Pfeffer-Hoffmann (Hrsg.)
  • Die Arbeitsmarktintegration geflüchteter Frauen: Zahlen, Fakten und internationale Erfahrungen / Working Paper 04/2017. Fachstelle Einwanderung/ minor gGmbH (Hrsg.);

Miguel Montero Lange, Janine Ziegler (Texte)



[1] Prof. Dr. Mathias Knuth, IQ konkret 3/2017 S. 12-13

[2] Andrea Simon, IQ konkret 3/2017 S. 22-23

[3] Prof. Dr. Mathias Knuth, IQ konkret 3/2017 S. 12-13


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Das Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)" wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.
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