
22.09.2025
Die IQ Qualifizierungsbegleitung des ikubiz für den Raum Württemberg unterstützt und begleitet Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund und verschiedener beruflicher Qualifikation. Dabei richtet sie sich sowohl an Personen, die im Heimatland eine Berufsausbildung abgeschlossen haben und hier eine Teilanerkennung erhalten haben, als auch an Akademiker*innen sowie Menschen mit beruflicher Erfahrung und non-formaler oder informeller Bildung. Ziel ist es, individuelle Wege in den Beruf zu fördern und die Integration zu erleichtern.
Der ehemalige Teilnehmer Rebar Zubair aus dem Irak hatte in seinem Herkunftsland bei einem Schmied umfangreiche Schweißkenntnisse erworben. Er hatte Erfahrung in der Herstellung und Montage von Haustoren, Eisentreppen, Eisenfenstern und Wassertanks. Auch beim Brückenbau hat er mitgearbeitet. Inzwischen arbeitet er bei der Firma Streisal GmbH in Wangen im Allgäu. Die Firma ist ein Komplettanbieter von Rührwerken und Mischsystemen für die unterschiedlichsten Anwendungsgebiete.
Wie er von der Qualifizierungsbegleitung Württemberg unterstützt wurde, berichtet Rebar Zubair in diesem Artikel:
„Ich habe über unsere Sozialarbeiterin vom Projekt IQ Qualifizierungsbegleitung Württemberg erfahren. Mit Deutschkenntnissen auf A2-Niveau war ich zunächst etwas verunsichert, wie das erste Online-Gespräch mit dem Projekt werden würde. Wir konnten uns jedoch gut austauschen und Frau Chalupsky vom ikubiz hat mir die Möglichkeiten der beruflichen Integration in Deutschland aufgezeigt. Ich war froh, eine Unterstützung gefunden zu haben.
Frau Chalupsky hat mir vorgeschlagen, ein Schweißzertifikat zu machen. In Deutschland benötigt man ein Schweißzertifikat, um die Sicherheit, Qualität und Normenkonformität von Schweißarbeiten zu gewährleisten.
Für Schweißer dient das Zertifikat als Qualifikationsnachweis bei Bewerbungen. Ohne gültiges Zertifikat wird man meist nicht als Schweißer beschäftigt. Im Irak ist die Situation in Bezug auf Schweißzertifikate nicht so streng geregelt wie in Deutschland oder der EU. Mit diesem Vorschlag war ich einverstanden und somit hat Frau Chalupsky die Recherche möglicher Bildungsträger für mich gestartet.
Mit der Agentur für Arbeit wurde dann ein Schweißer-Zertifikatskurs für mich gefunden und ich konnte starten. Die Qualifizierung hat insgesamt 5 Monate gedauert. Ich habe das Prüfzertifikat erfolgreich absolviert und konnte als Schweißer dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Frau Chalupsky hat mich dann unterstützt und begleitet im Bewerbungsverfahren. Ich bin sehr engagiert zu den Vorstellungsgesprächen und zum Probearbeiten gegangen, bis die Firma Streisal mir einen Arbeitsplatz angeboten hat.
Da ich zu Beginn noch keine Arbeitserlaubnis besaß, musste diese zunächst beantragt werden. Der gesamte Prozess erwies sich jedoch als sehr zeitaufwendig, da Rückmeldungen vonseiten der zuständigen Behörden nur mit großer Verzögerung erfolgten. Infolgedessen zog sich die Erteilung der Arbeitserlaubnis über einen Zeitraum von insgesamt fünf Monaten hin.
Mein zukünftiger Arbeitgeber bemühte sich in dieser Zeit mehrfach um Informationen zum Stand des Verfahrens, erhielt jedoch erst nach wiederholten Nachfragen Rückmeldungen.
Die Situation stellte für mich eine gewisse Geduldsprobe dar, da ich die Bearbeitungszeiten als lang und die Abläufe als eher komplex empfand. Aus meiner Sicht wäre es hilfreich, die Prozesse transparenter zu gestalten, um sowohl Antragstellende als auch Arbeitgeber in ähnlichen Fällen besser zu begleiten.
Ich bin der Firma Streisal sehr dankbar für ihre Geduld und ihr Verständnis – ohne dies hätte sich mein Einstieg ins Berufsleben vermutlich weiter verzögert. Seit Mitte Juli arbeite ich dort und fühle mich sehr wohl.“
Text: Heike Chalupsky (ikubiz), Rebar Zubair
Mehr Infos zur Qualifizierungsbegleitung Württemberg des ikubiz