Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung“ (IQ)
Tanja Günthert

Frauen erzählen Erfolgsgeschichten. Regelmäßiges Austauschformat für Kundinnen mit Fluchtbiographie

Name Tanja Günthert
Funktion Jobcenter Landkreis Konstanz, Migrations- und Ausländerbeauftragte und Arbeitsvermittlerin U25
Ziel des Projektes Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, den Teilnehmerinnen eine Plattform zum Erfahrungsaustausch zu geben, die Frauen zu vernetzen, ihnen zuzuhören, um individuell auf die Themen einzugehen, die die Frauen interessieren und mit denen sie in ihrer Lebenswirklichkeit häufig konfrontiert werden.

Welches Thema bearbeiten Sie im Rahmen Ihres Projektes?

Es werden in regelmäßigen Veranstaltungen für Kundinnen des Jobcenters Themen wie Gleichberechtigung, Bildungssysteme, Wege in den Arbeitsmarkt, die Bedeutung des Kopftuchs in der Arbeitswelt und Kinderbetreuungsmöglichkeiten, besprochen. Dabei erzählen die Teilnehmerinnen von ihren unterschiedlichen Erfahrungen, Lebens- und Erfolgsgeschichten. 

Im Rahmen des Projekts fand eine Kick-Off Veranstaltung in den Räumlichkeiten des Helfervereins InSi der Stadt Singen statt. 23 Kundinnen kamen zu der Abendveranstaltung, welche gemeinsam von Frau Koberstein-Pes (BCA), Frau Lala und mir als Interkulturelle Botschafterin organisiert wurde. Um eventuelle Ängste in Bezug auf das Jobcenter oder anderen öffentlichen Institutionen vorzubeugen, wurde ganz bewusst die Kick-Off Veranstaltung in externen Räumlichkeiten durchgeführt.

Diese erste Veranstaltung hatte zum Ziel sich gegenseitig kennenzulernen und die Projektidee den Teilnehmerinnen näher zu bringen. Durch ihre ganz persönlichen Einblicke in ihren beruflichen Neuanfang in Deutschland zeigte dabei eine der Mitorganisatorinnen, Frau Lala, den Teilnehmerinnen Chancen auf, berichtete aber auch offen über die Herausforderungen und Hürden auf diesem nicht einfachen Weg; gleichzeitig ermutigte sie die Teilnehmerinnen, dass Frau mit Ehrgeiz, Mut und Einsatz viel erreichen kann.

Am Ende der Veranstaltung wurde dann gemeinsam mit den Teilnehmerinnen das weitere Vorgehen abgestimmt. Dabei stellte sich der Wunsch der Frauen heraus, sich in regelmäßigen Abständen zu treffen und bedarfsorientiert Themen zu besprechen. Dabei wurden Regelmäßigkeit, Ort und Uhrzeit gemeinsam mit den Teilnehmerinnen abgesprochen, um eine größere Teilnahmewahrscheinlichkeit zu erreichen.

 

Was wurde bisher erreicht und wie sind Sie vorgegangen?

Seit der Kick-Off Veranstaltung finden nun in regelmäßigen Abständen Treffen statt, bei denen u.a. die Themen Chancengleichheit und Gleichberechtigung, "Stärken erkennen und Stärken stärken", Bildungssysteme im Vergleich, Informationen über lokalen Arbeitsmarkt, Aufgaben des Jobcenters und Abgrenzung zu anderen Institutionen, Aufgabe des Jugendamtes besprochen wurden. Durch die nun bereits über einjährige Projektlaufzeit konnte eine persönliche Entwicklung und Öffnung der Teilnehmerinnen und Vernetzung untereinander wahrgenommen werden.


Ihr Tipp für eine erfolgreiche Umsetzung:

Insbesondere wird diese Entwicklung durch sensible Themenwünsche der Frauen, wie zum Beispiel der Frage nach einer guten Erziehung, ersichtlich. Dies konnte nur durch das Begegnen auf Augenhöhe und das Schaffen eines wertfreien Raumes erreicht werden und ist sicherlich der wichtigste Faktor für das Gelingen einer solchen Veranstaltungsreihe. Zudem kann als Erfolgsschlüssel die aktive Beteiligung und Mitorganisation von Frau Lala genannt werden. Durch ihre Beteiligung konnte einen kultursensiblen Zugang zu der Zielgruppe gefunden werden, da sie durch ihre eigenen Erfahrungen eine andere Perspektive einfließen lassen kann und gleichzeitig als Vorbild.

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