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Das Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung" (IQ)


In Deutschland leben rund 16,5 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Das entspricht 20 Prozent der Gesamtbevölkerung. Viele Faktoren führen dazu, dass Migrantinnen und Migranten etwa doppelt so stark von Arbeitslosigkeit betroffen sind wie Personen ohne Migrationshintergrund. In den letzten Jahren verzeichnet Deutschland eine wachsende Migration – insbesondere aus den EU-Ländern. Viele von ihnen verfügen über berufliche Bildungsabschlüsse oder andere wertvolle Qualifikationen. Gleichzeitig werden Fachkräfteengpässe in Deutschland immer spürbarer.

Vor diesem Hintergrund arbeitet das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ seit 2005 an der Zielsetzung, die  Arbeitsmarktchancen für Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern. In der Förderperiode 2015-2018 wird das Programm um den Schwerpunkt „ESF-Qualifizierung im Kontext des  Anerkennungsgesetztes“ erweitert. Von zentralem Interesse ist, dass im Ausland erworbene Berufsabschlüsse – unabhängig vom Aufenthaltstitel – häufiger in eine bildungsadäquate Beschäftigung münden.

Die Wahrnehmung von Migrantinnen und Migranten ist häufig defizitär geprägt. Nicht nur für eine vielfältige Gesellschaft ist es wichtig, den Blick für die Potenziale von Migranteninnen und Migranten zu schärfen und Diskriminierungen abzubauen, sondern auch für eine gelingende Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Migrationshintergrund. Interkulturelle Kompetenz bei den Arbeitsmarktakteuren aufzubauen und zu verankern, ist daher nach wie vor ein zentrales Anliegen des Förderprogramms IQ.

 

Die Struktur des Förderprogramms

Die regionale Umsetzung des Förderprogramms ist zentrale Aufgabe der 16 Landesnetzwerke. Sie werden jeweils von einer Landeskoordinierung geleitet und umfassen weitere operative Teilprojekte. Sie bieten die flächendeckende Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung an, entwickeln Anpassungsqualifizierungen und setzen diese um. Darüber hinaus übernehmen sie Servicefunktionen für Arbeitsmarktakteure, indem sie diese über Informationen, Beratungen und Trainings für die spezifischen Belange von Migrantinnen und Migranten sensibilisieren und fachliches Know-how vermitteln.

Neben den Landesnetzwerken gibt es fünf Fachstellen, die bundesweit migrationsspezifische Themen bearbeiten. Sie übernehmen die fachliche Beratung und Begleitung der Landesnetzwerke. Sie entwickeln  Qualifizierungsmaßnahmen, Instrumente und Handlungsempfehlungen zur beruflichen Integration von Migrantinnen und Migranten. Darüber hinaus tragen sie die Verantwortung für eine fachlich fundierte Beratung von Entscheidungsträgern in Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Das kann die Konzeption von Qualitätsstandards, Qualifizierungen und Schulungsmaterialien oder die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse umfassen.

Auf Bundesebene wird das Förderprogramm über das IQ Multiplikatorenprojekt Transfer koordiniert. MUT IQ unterstützt die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren im Programm, fördert den Transfer guter Praxis und sorgt für die  Öffentlichkeitswirksame Darstellung des Förderprogramms IQ. Gemeinsam mit den Fachstellen kommuniziert es die Arbeitsergebnisse von IQ in die Ministerien, die BA und die Fachöffentlichkeit. „Anerkennung in Deutschland“ ist das mehrsprachige Portal der Bundesregierung zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen. Das Projekt arbeitet in enger Kooperation mit dem Förderprogramm IQ.

Das Programm wird in den ersten beiden Handlungsschwerpunkten aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA). Der dritte Handlungsschwerpunkt wird aus Bundesmitteln finanziert.

Für mehr Informationen geht's hier zur Homepage des IQ Netzwerkes: www.netzwerk-iq.de

Netzwerk "Integration durch Qualifizierung IQ"


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20.11.2019
SVR-Studie: Legale Zugänge nach Europa fehlen vor allem für gering- und mittelqualifizierte Zuwandernde

[SVR] Die Europäische Union sucht nach dem richtigen Umgang mit irregulärer Migration, insbesondere mit Blick auf Drittstaatsangehörige ohne Schutzbedarf. Eine neue Studie des Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) fragt, inwieweit Deutschland, Frankreich, Italien, Schweden und Spanien sowie die EU legale Alternativen bieten, um in Europa zu arbeiten oder einer Ausbildung nachzugehen. Im Fokus stehen Möglichkeiten für Personen mit geringer und mittlerer Qualifikation, die unter den irregulären Zuwanderinnen und Zuwanderern besonders häufig vertreten sind. Die Studie empfiehlt: Abgestimmt auf ihren Arbeitskräftebedarf und in Zusammenarbeit mit Herkunftsländern sollten die Mitgliedstaaten und die EU diesen Gruppen mehr legale Wege eröffnen bzw. bereits bestehende Zugänge ebnen.

15.11.2019
SVR-Policy Brief: Was wir über Migrantenorganisationen wissen – und was nicht

[SVR] Migrantenorganisationen sind selbstverständliche und wichtige zivilgesellschaftliche Akteurinnen. Allerdings ist das Wissen über ihre Anzahl, Formen, Handlungsschwerpunkte, Potenziale und Bedarfe lückenhaft. Ein zweijähriges Projekt des SVR-Forschungsbereichs setzt hier an und untersucht die Landschaft der Migrantenorganisationen. Die Zwischenbilanz zeigt: Migrantenorganisationen decken die gesamte Bandbreite zivilgesellschaftlichen Engagements in Deutschland ab. Eine einheitliche Definition gibt es nicht.

08.11.2019
Bundeskanzlerin Merkel zeichnet Projekt "IQ Apotheker für die Zukunft" mit Nationalem Integrationspreis 2019 aus

[bundesregierung.de] Träger ist in diesem Jahr das Projekt "Integration durch Qualifizierung - Apotheker für die Zukunft" des IQ Projektträgers MIP - Medici in Posterum GmbH und der Landesapothekerkammer Rheinland Pfalz.

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