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FAQ

Warum ist eine Anerkennung einer Berufsqualifikation wichtig?

Die Anerkennung ausländischer Abschlüsse zielt im Allgemeinen darauf ab, Menschen mit ausländischen Abschlüssen bessere Zugangschancen zum Bildungssystem und Arbeitsmarkt in Deutschland zu ermöglichen. In einem Anerkennungsverfahren werden die ausländischen Ausbildungen und Abschlüsse grundsätzlich nach Inhalt, Form und Dauer geprüft und im Falle einer Anerkennung einem deutschen Abschluss zugeordnet. Für die Tätigkeit in einem reglementierten Beruf ist eine formale Anerkennung eine zwingende Voraussetzung. Für die Bewerbung in einem nicht reglementierten Beruf ist eine Anerkennung zwar keine zwingende Voraussetzung, bringt jedoch mehr Transparenz über die vorhandene berufliche Kompetenz, wodurch Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in Deutschland diese besser einschätzen können. Die Anerkennung kann dadurch auch bei einem nicht reglementierten Beruf die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern. 

 

 

Wie funktioniert das Verfahren zur beruflichen Anerkennung einer Berufsqualifikation?

Nachdem die Möglichkeit besteht sich bei einer der Erstberatungsstellen und Kompetenzzentren zur beruflichen Anerkennung beraten zu lassen, muss der Antrag bei der zuständigen Anerkennungsstelle eingereicht werden. In der Regel sind folgende Dokumente einzureichen:

  • Identitätsnachweis (z.B. Personalausweis oder Reisepass)
  • beglaubigte Kopien der Originalzeugnisse
  • beglaubigte Kopien der übersetzten Originalzeugnisse
  • tabellarischer Lebenslauf in deutscher Sprache inkl. Dokumente über relevante Berufserfahrung, Tätigkeiten und Fortbildungen
  • ausgefülltes Antragsformular der jeweils zuständigen Stelle
  • Erklärung, ob bereits ein Antrag (auch in einem anderen Bundesland) gestellt wurde
  • bei reglementierten Berufen: Bescheinigung über die Berechtigung zu Berufsausübung im Herkunftsland

Hinweis: Die einzureichenden Dokumente können je nach Anerkennungsstelle/Verfahren (z.B. BVFG, BQFG oder Fachgesetz eines reglementierten Berufs) variieren.

Nach der Antragstellung prüft die zuständige Stelle, ob eine Antragsberechtigung vorliegt. Die/der Antragstellende erhält nach spätestens einem Monat eine Eingangsbestätigung. Die Frist für die Durchführung der Gleichwertigkeitsprüfung durch die zuständige Stelle beginnt, wenn alle notwendigen Unterlagen vollständig vorliegen. Nach maximal drei Monaten, muss gemäß des Anerkennungsgesetzes, das Prüfungsverfahren beendet sein. Eine Hemmung der Frist kann bei schwierigen Fällen erfolgen oder wenn Unterlagen nachgefordert werden. Wenn die/der Antragsstellende die erforderlichen Nachweise aus nicht selbst zu vertretenden Gründen nicht oder nur teilweise vorlegen können, führt die zuständige Stelle die Gleichwertigkeitsprüfung für die nicht-reglementierten Berufe mit sonstigen geeigneten Verfahren wie Arbeitsproben, Fachgesprächen, praktischen und theoretischen Prüfungen oder Gutachten von Sachverständigen durch. 

Welche Ergebnisse sind bei einem beruflichen Anerkennungsverfahren möglich?

Die Gleichwertigkeitsprüfung kann zu folgenden Ergebnissen führen:

 1. Keine wesentlichen Unterschiede

  • Die vollständige Gleichwertigkeit wird bescheinigt (Gleichwertigkeitsbescheid). Es erfolgt eine rechtliche Gleichstellung mit Personen mit einem entsprechenden deutschen Berufsabschluss.

 2. Wesentliche Unterschiede

  • In diesem Fall können Ausbildungsdauer und -inhalte nicht durch Berufserfahrung oder Zusatzausbildungen ausgeglichen werden.
  • Bei nicht reglementierten Berufen erfolgt der Bescheid der teilweisen Gleichwertigkeit: Es werden darin die vorhandenen Qualifikationen und Unterschiede zum deutschen Abschluss dargestellt. Der Bescheid erhöht die Transparenz für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber und ermöglicht ggf. eine gezielte Weiterqualifizierung.
  • Bei reglementierten Berufen erfolgt die Berufszulassung unter Auflagen, d.h. die Teilnahme an einer Ausgleichsmaßnahme (je nach Berufsrecht: Eignungsprüfung, Kenntnisprüfung oder Anpassungslehrgang) ist notwendig, um in dem gewünschten Beruf tätig zu werden.

3. Keine Gleichwertigkeit

  • Wenn keinerlei Gleichwertigkeiten zwischen den beiden Berufsqualifikationen bestehen, können keine positiven Qualifikationen dargestellt werden. Der Antrag auf Gleichwertigkeit wird abgelehnt.
  • Um in dem gewünschten Beruf tätig zu werden ist eine Nachqualifizierung bei nicht-reglementierten Berufen möglich, bei reglementierten Berufen sogar zwingend notwendig. Hier finden Sie weitere Infos zur Qualifizierung.


 

Welche Abschlüsse können anerkannt werden?

  • Schulische Anerkennung
    Bei der schulischen Anerkennung geht es um die Gleichstellung ausländischer Schulzeugnisse und Schulabschlüsse mit einem deutschen Schulabschluss. Eine Anerkennung ist notwendig für den Weiterbesuch einer Schule in Deutschland oder die Aufnahme einer Ausbildung sowie einer beruflichen Tätigkeit. Zuständige Anerkennungsstelle in Baden-Württemberg ist das Regierungspräsidium Stuttgart.
  • Akademische Anerkennung
    Die akademische Anerkennung dient der Aufnahme oder Fortführung eines Studiums in Deutschland und der Führung eines akademischen Grades. Anerkannt werden dabei Schulabschlüsse, Hochschulabschlüsse oder Studienleistungen aus dem Ausland. Anerkennungsstellen sind die Hochschulen selbst.  
  • Berufliche Anerkennung
    Bei der beruflichen Anerkennung ist in erster Linie das Ziel, einen im Ausland erlernten Beruf in Deutschland auszuüben. Die zuständigen Anerkennungsstellen sind in der Regel die Kammern und Regierungspräsidien. Bei der beruflichen Anerkennung wird zwischen reglementierten und nicht reglementierten Berufen unterschieden.

    Reglementiert bedeutet, dass die Aufnahme oder Ausübung des jeweiligen Berufs an den Besitz bestimmter Berufsqualifikationen gebunden ist. Für die Ausübung eines reglementierten Berufes ist die Anerkennung der entsprechenden Berufsqualifikationen zwingend erforderlich. Die meisten Berufe in Deutschland sind nicht reglementiert.
    Zu den nicht reglementierten Berufen gehören die rund 350 Ausbildungsberufe und 180 Fortbildungsabschlüsse im dualen System. Eine Anerkennung ist grundsätzlich nicht erforderlich, d.h. eine direkte Bewerbung auf dem Arbeitsmarkt ist auch ohne formales Anerkennungsverfahren möglich. Ein solches kann jedoch trotzdem sinnvoll sein, da es mehr Transparenz über die mitgebrachte Berufsqualifikation für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber schafft.
    Für die nicht reglementierten Berufe auf akademischer Ebene gibt es keine Möglichkeit auf ein Anerkennungsverfahren. In diesem Fall bietet die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) die Möglichkeit an, ausländische Qualifikationen zu bewerten. Mit der Zeugnisbewertung wird die ausländische Hochschulqualifikation beschrieben und deren berufliche und akademische Verwendungsmöglichkeiten bescheinigt. Sie ist eine vergleichende Einstufung, jedoch keine formale Anerkennung. 

Auf welcher Rechtsgrundlage basiert das Anerkennungsverfahren?

Das Anerkennungsverfahren wird grundsätzlich unabhängig vom Status des/der Antragstellenden, z.B. Nationalität und Aufenthaltsstatuts, durchgeführt. Es können sich jedoch die Voraussetzungen für eine Anerkennung für einzelne Berufe und Berufsgruppen unterscheiden. Für eine Reihe von akademischen Berufen existiert prinzipiell kein Anerkennungsverfahren. Die Anerkennung  von ausländischen Berufsabschlüssen wird durch unterschiedliche Gesetze geregelt:

EU-Berufsanerkennungsrichtlinie 2005/36/EG

Die EU-Berufsanerkennungsrichtlinie dient zur Umsetzung der Niederlassungsfreiheit und der Dienstleistungsfreiheit innerhalb der Europäischen Union (EU). Die Richtlinie gilt in den Mitgliedstaaten der EU, des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) und in der Schweiz. Alle diese Staaten garantieren, dass für Inhabende ausländischer Abschlüsse aus diesen Staaten die gleichen Voraussetzungen zur Ausübung eines reglementierten Berufes gelten wie für diejenigen mit einem Abschluss aus dem Inland. Nach der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie erkennen die Vertragsstaaten zudem die Abschlüsse in sieben Berufen (Ärztinnen/Ärzte, Zahnärztinnen/Zahnärzte, Tierärztinnen/Tierärzte, Apothekerinnen/Apotheker, Hebammen, Gesundheits- und Krankenpflegerinnen/-pfleger und Architektinnen/Architekten) automatisch an, da hierzu einheitliche Ausbildungsstandards festgelegt wurden.

Anerkennungsgesetz des Bundes

Am 1. April 2012 ist in Deutschland das Anerkennungsgesetz des Bundes (Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen) in Kraft getreten. Es schafft erstmals für alle Personen mit einem ausländischen Berufsabschluss unabhängig von Staatsangehörigkeit oder Aufenthaltsstatus einen allgemeinen Rechtsanspruch auf eine individuelle Gleichwertigkeitsprüfung für die bundesrechtlich geregelten Berufe. Das Anerkennungsgesetz umfasst ein neues Bundesgesetz, das sogenannte Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG), sowie Änderungen im Berufsbildungsgesetz, in der Handwerksordnung (HwO) und in weiteren berufsspezifischen Verordnungen. Unter das Anerkennungsgesetz fallen alle bundesrechtlich geregelten reglementierten Berufe.

Anerkennungsgesetze der Länder

Im Dezember 2010 haben sich die Ministerpräsidenteninnen und Ministerpräsidenten der Länder für die Schaffung von „einheitlichen und unbürokratischen Regelungen der Anerkennungsverfahren von Bund und Ländern“ ausgesprochen. Inzwischen haben dreizehn Bundesländer Landesregelungen geschaffen und diese an das Anerkennungsgesetz des Bundes angepasst. Am 11.01.2014 ist auch in Baden-Württemberg das „Gesetz über die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen in Baden-Württemberg“ (BQFG des Landes) in Kraft getreten. Es regelt für 260 Berufe die Prüfung der Gleichwertigkeit im Ausland erworbener Abschlüsse, die nicht vom Bundesanerkennungsgesetz erfasst werden. Zu diesen Berufen zählen 160 nicht reglementierte aber auch einige reglementierte Berufe wie z.B. Ingenieureinnen/Ingenieure, Technikerinnen/Techniker, Lehrerinnen/Lehrer, Erzieherinnen/Erzieher sowie Gesundheits- und Krankenpflegehelferinnen/-pfleger.

Bundesvertriebenengesetz (BVFG) von 1953 

Personen, die einen Berufsabschluss in den ehemaligen Ländern der Sowjetunion, Bulgarien, Polen, Rumänien, der ehemaligen Tschechoslowakei oder Ungarn erworben haben und eine Spätaussiedlerbescheinigung oder einen Vertriebenenausweis besitzen, können sich entscheiden, ob sie die Anerkennung bzw. Gleichstellung ihres Berufsabschlusses auch gemäß §10 Bundesvertriebenengesetz beantragen wollen. Spätaussiedelnde haben dadurch die Wahl zwischen dem neuen Verfahren nach dem BQFG oder dem bisherigen Verfahren nach dem Bundesvertriebenengesetz. Der Vorteil bei einem Verfahren nach dem BVFG ist im Gegensatz zum Verfahren nach dem BQFG, dass keine Kosten für das Antragsverfahren entstehen. Der Nachteil ist, dass der Faktor Berufserfahrung nur im Rahmen der Anwendung des BQFG berücksichtigt wird.

Wie sind die rechtlichen Grundlagen zur Arbeitsaufnahme in Deutschland für ausländische Arbeitnehmer/innen?

Mit der Reform des Zuwanderungsgesetztes im Juli 2007 haben sich die Möglichkeiten zur Arbeitsaufnahme in Deutschland für ausländische Arbeitnehmende erweitert. Neben EU-Bürgerinnen und Bürgern haben nun auch qualifizierte Drittstaatsangehörige auf Grundlage des Aufenthaltsgesetzes die Möglichkeit einen Aufenthaltstitel für eine Erwerbstätigkeit in Deutschland zu erlangen. Durch die Änderungen der Beschäftigungsverordnung im Juli 2013  hat sich darüber hinaus auch für Nicht-Akademikerinnen und Akademiker aus Drittstaaten die Möglichkeit eröffnet, in Deutschland erwerbstätig zu werden. Für langfristige Aufenthalte wird seit der Änderung des Zuwanderungsgesetzes nur noch zwischen der Aufenthaltserlaubnis, die befristet und zweckgebunden ist, und der Niederlassungserlaubnis, die unbefristet ist, unterschieden.

Je nach Herkunftsland und beruflicher Qualifikation bestehen für ausländische Arbeitnehmende unterschiedliche Voraussetzungen um in Deutschland erwerbstätig werden zu können:  

Bürgerinnen/Bürger aus EU/EWR-Staaten

Bürgerinnen und Bürger der EU genießen Freizügigkeit, wodurch sie innerhalb Europas ohne Visum und Aufenthaltstitel einreisen können und erwerbstätig werden dürfen. Sie benötigen dafür in der Regel keine Arbeitsgenehmigung. Gleiches gilt für Staatsangehörige der Schweiz und des Europäischen Wirtschaftsraums (Liechtenstein, Norwegen oder Island). Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Bürgerinnen/Bürger aus Drittstaaten

  • Bürgerinnen aus Drittstaaten benötigen einen eigenständigen Aufenthaltstitel, der sie zur Erwerbstätigkeit in Deutschland berechtigt. Dieser kann im Herkunftsland in einer deutschen Auslandvertretung beantragt werden. Voraussetzungen dafür sind in der Regel eine in Deutschland anerkannte Berufsqualifikation und eine verbindliche Arbeitsplatzzusage. Staatsangehörige aus Australien, Israel, Japan, Kanada, Neuseeland, Südkorea oder den USA können auch ohne Aufenthaltstitel zur Arbeitsaufnahme nach Deutschland einreisen. Drei Monate nach Einreise und bevor sie eine Arbeit aufnehmen, müssen sie jedoch eine Aufenthaltserlaubnis zum Zwecke der Erwerbstätigkeit bei der Ausländerbehörde in Deutschland beantragen. Weiterführende Information hierzu finden Sie beim Auswärtigen Amt.
  • Blaue Karte EU für Drittstaatangehörige: Seit Mitte 2012 haben hochqualifizierte Fachkräfte die Möglichkeit eine befristete Arbeitserlaubnis für zunächst vier Jahre bzw. für die Dauer des vorgelegten Arbeitsvertrages zuzüglich drei Monaten zu erlangen. Voraussetzungen dafür sind:

    - In- oder ausländischer in Deutschland anerkannter Hochschulabschluss
    - Arbeitsverhältnis
    in Deutschland mit einem Jahresgehalt von mind. 48.400 Euro (Ausnahme bei sogenannten Mangelberufen im Bereich Mathematik, Technik, IT- und naturwissenschaftlichen Berufen, Ärztinnen/Ärzte: Jahreseinkommen von mind. 37.752 Euro ausreichend)
    - Keine Vorrangprüfung
    durch die Arbeitsagentur notwendig (Vorrangprüfung: Prüfung, ob ein/e deutsche/r oder europäische/r Arbeitnehmende für die Besetzung des Arbeitsplatzes in Frage kommt)

    Weiterführende Informationen finden Sie hier.
  • Fachkräfte mit Berufsausbildung: Fachkräfte aus dem Nicht-EU-Ausland ohne akademischen Abschluss, aber mit einer Berufsausbildung haben seit Mitte Juli 2013 einen vereinfachten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Die Fachkräfte können auf Grundlage der Beschäftigtenverordnung in Berufsfeldern, in denen in Deutschland Fachkräfte fehlen, eingesetzt werden. Die Arbeitsagentur hat dazu eine Positivliste mit so genannten Engpassberufen erstellt, die regelmäßig aktualisiert und angepasst wird. Weitere Voraussetzungen für die Arbeitsaufnahme sind:

    - Ein Arbeitsplatz oder ein verbindliches Arbeitsplatzangebot in Deutschland
    - Die ausländische Ausbildung muss mit einem deutschen Abschluss gleichwertig sein, d.h. anerkannt sein 

     Weiterführende Informationen finden Sie hier.

Wo bekomme ich Beratung und Unterstützung für die Stellung meines Antrags zur beruflichen Anerkennung?

Beratung und Informationen zum Anerkennungsverfahren bieten in Baden-Württemberg die Erstanlaufstellen und Kompetenzzentren in allen vier Regierungsbezirken: Freiburg, Mannheim, Stuttgart und Ulm.

Das Angebot der Erstanlaufstellen und Kompetenzzentren in Baden-Württemberg

  • Information für ratsuchende Migranteninnen/Migranten und Einrichtungen zum Thema „Anerkennung von ausländischen Abschlüssen“
  • Verweisberatung und Begleitung von Migranteninnen und Migranten im Anerkennungsprozess (Recherche der zuständigen Anerkennungsstellen, Unterstützung bei der Zusammenstellung der Unterlagen, bei Bedarf weitere Unterstützung im Anerkennungsprozess)
  • Beratung bei beruflicher Orientierung (Möglichkeiten der Anpassungs- und Nachqualifizierung sowie arbeitsmarktbezogene Fördermöglichkeiten, Verweis an weitere Beratungsangebote)

Sie erreichen die Erstanlaufstellen und Kompetenzzentren telefonisch, per E-Mail oder auf dem Postweg. Für ein persönliches Gespräch vereinbaren Sie gerne einen Termin. Die Kontaktadressen finden Sie hier.

Wo muss ich meinen Antrag auf Anerkennung einreichen?

Bei den Ausbildungsberufen im dualen System sind in der Regel die Kammern für die berufliche Anerkennung zuständig:

Industriell-technische und kaufmännische Berufe: IHK-FOSA Nürnberg, zentral für ganz Deutschland

Handwerksberufe: HWK Mannheim-Rhein-Neckar-Odenwald, Heilbronn-Franken, Karlsruhe, Region Stuttgart, Reutlingen, Freiburg, Ulm, Konstanz

Bei den reglementierten Berufen sind in Baden-Württemberg in der Regel die Regierungspräsidien zuständig:

Gesundheitsfachberufe (Altenpfleger/innen, Gesundheits- und Krankenpfleger/innen, Hebammen): Regierungspräsidium Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart, Tübingen
  · Orthoptisten/innen: Regierungspräsidium Freiburg
  · Rettungsassistenten/innen: Regierungspräsidium Karlsruhe
  · Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/innen: Regierungspräsidium Stuttgart

Akademische Heilberufe (Ärzte/innen, Zahnärzte/innen, Apotheker/innen, Psychotherapeuten/innen): Regierungspräsidium Stuttgart

  · Fachärzte/innen: Bezirksärztekammer Nordbaden (Karlsruhe), Nordwürttemberg (Stuttgart), Südbaden (Freiburg), Südwürttemberg (Reutlingen)
  · Fachzahnärzte/innen: Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg
  · Fachtierärzte/innen: Landestierärztekammer Baden-Württemberg

Lehrer/innen: Regierungspräsidium Tübingen

Ingenieure/innen: Ingenieurkammer Baden-Württemberg

Erzieher/innen: Regierungspräsidium Stuttgart

Sozialpädagogen/innen: Regierungspräsidium Stuttgart

Heilerziehungspfleger/Heilpädagogen/innen: Regierungspräsidium Stuttgart

Wieviel kostet das Anerkennungsverfahren?

  • Die Verfahren sind in der Regel gebührenpflichtig. Die Höhe der Gebühren richtet sich nach den Gebührenregelungen der zuständigen Stelle und hängt von dem individuellen Aufwand für die Durchführung der Verfahren ab
  • Aktuell liegen die Gebühren, je nach Art des Abschlusses und der zuständigen Stelle, zwischen 25€ und 1.000€. Die IHK FOSA und die Handwerkskammern verlangen, je nach Verfahrensaufwand, zwischen 100€ und 600€. Bei einem Ablehnungsbescheid liegen die Kosten zwischen 100€ und 200€. Die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB), welche akademische Berufe bewertet, verlangt für die individuelle Zeugnisbewertung eine Gebühr von 200€ pro Bescheinigung. Bei den Anerkennungsverfahren im reglementierten Bereich sind aktuell mit Kosten zwischen 100€ und 250€ zu rechnen.

  • Es können zusätzliche Kosten für Beglaubigungen, Übersetzungen oder Kopien entstehen

  • Die Kosten, die im Rahmen des Anerkennungsverfahrens entstehen, müssen grundsätzlich von den Antragstellenden selbst getragen werden. Es gibt Kostenübernahmemöglichkeit für Kundinnen und Kunden der Agenturen für Arbeit und der Jobcenter, unter der Voraussetzung, dass nachgewiesen werden kann, dass die Anerkennung der Eingliederung in den Arbeitsmarkt dient. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie von dem/der zuständige/n Sachbearbeiterin/Sachbearbeiter. 

Welche finanziellen Fördermöglichkeiten im Bereich der Anerkennung gibt es?

Grundsätzlich müssen die Kosten für das Anerkennungsverfahren und für zusätzlich anfallende Kosten wie bspw. für Zeugnisbeglaubigungskopien oder Übersetzungen von der/dem Antragstellenden selbst gezahlt werden. Für Beziehende von Arbeitslosengeld I und II können im Rahmen des Vermittlungsbudgets Kosten zur Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse übernommen werden. Voraussetzung ist, dass diese für die Eingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt förderlich ist. Weiterführende Informationen finden Sie im HEGA Dokument der Arbeitsagentur.

Wo erhalte ich online noch weitere Informationen?

Mit dem „Anerkennungs-Finder“ auf der Seite www.anerkennung in Deutschland.de finden Sie mit wenigen Klicks die Stelle, die für Ihr Anliegen zuständig ist. Außerdem erhalten Sie alle wichtigen Informationen zum Verfahren. Hier geht's zum Anerkennungs-Finder.

 

 

Wo kann ich mich als Unternehmer/in über das Anerkennungsverfahren informieren und beraten lassen?

Beratung und Informationen zum Anerkennungsprozess bekommen Sie bei den Erstanlaufstellen und Kompetenzzentren. Darüber hinaus können Sie sich zum Anerkennungsverfahren von Berufen im Bereich Handwerk, Industrie und Handel (IHK-Berufe und HWK-Berufe) bei den Handwerkskammern (HWK) und Industrie- und Handelskammern (IHK) in Baden-Württemberg informieren und beraten lassen. 

Wie kann ich Mitarbeiter/innen unterstützen, die eine Anerkennung ihrer Berufsqualifikation anstreben?

Wenn ein/e Mitarbeitende/r in Ihrem Unternehmen arbeitet, der/die ihre/seine ausländische Berufsqualifikation durch ein Anerkennungsverfahren aufwerten möchte, können Sie diese/n in ihrem Antragsverfahren unterstützen. Das Anerkennungsverfahren bietet nicht nur Ihrer/Ihrem Mitarbeitender/n berufliche Vorteile sondern ermöglicht auch Ihnen die Berufsqualifikation Ihres Mitarbeiters besser einschätzen zu können und ggf. eine passgenaue Weiterbildungen, Umschulungen anzuregen und/oder durchzuführen.

Zwar muss Ihr/e Mitarbeitende/r den Antrag auf Anerkennung persönlich stellen, jedoch können Sie ihm/ihr durch die Weitergabe von Informationen unterstützend und beratend beistehen.

Ausführliche Informationen zum Verfahren, den Kosten, den Anerkennungsstellen und den gesetzlichen Grundlagen der beruflichen Anerkennung, genauso wie zu den Anerkennungsberatungsstellen finden sie auf dieser Seite. Zusätzliche Informationsportale, die zum Thema Anerkennung informieren und auf die Sie Ihre Mitarbeiter/in verweisen können, finden sie hier: bq-Portal, Anerkennung in Deutschland

Wie kann ich potenzielle Mitarbeiter/innen unterstützen, die eine Anerkennung ihrer Berufsqualifikation anstreben?

Als Unternehmerin und Unternehmer haben Sie auch die Möglichkeit gezielt Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen und einzustellen. Auf dieser Seite finden Sie Informationen zum Anerkennungsverfahren. Durch das Bereitstellen von Informationen können Sie ausländische Fachkräfte in ihrem Anerkennungsverfahren unterstützen. Das Internetportal „www.make-it-in germany.de“, auf welches Sie verweisen können, bietet zusätzliche Informationen für (potenzielle) ausländische Fachkräfte zu Themen der Anerkennung und darüber hinaus zu welchen wie Visabeantragung, Leben in Deutschland etc.

Wo kann ich mich als Akteur der Arbeitsmarktverwaltung zum Thema Anerkennung informieren und beraten lassen?

Informationen rund um das Anerkennungsverfahren können Sie auf dieser Seite finden. Diese können Sie nutzen, um sich selbst zur Thematik der Anerkennung zu informieren und diese Informationen an Ihre Beratungskundeninnen und -kunden weiterzugeben. Darüber hinaus hat die Bundesagentur für Arbeit zum Thema Anerkennung und ihre Auswirkungen auf die Arbeitsmarktberatung alle wichtigen Informationen in der „HEGA 03/2012-17" zusammengefasst. 

Außerdem halten die Internetportale berufliche-anerkennung.de und anerkennung-in-deutschland.de weitere Informationen zum Anerkennungsverfahren bereit. Letzteres enthält zudem einen „Profi-Filter“ mit welchem Sie nach zuständigen Anerkennungsstellen suchen können und Berufe so filtern, dass sie nach Berufsgruppen oder nach ihrer Reglementierung sortiert werden können.

Wichtige Ansprechpersonen sind für Sie die Erstanlaufstellen und Kompetenzzentren in Baden-Württemberg. Diese führen Schulungen u.a. für Mitarbeitende der Arbeitsverwaltung und für Arbeitgeberverbände zum Thema "Anerkennung von ausländischen Abschlüssen" durch und bieten Ihnen damit eine umfassende Einführung in die Thematik. Darüber hinaus können Sie bei den Migrationsberatungsstellen für Erwachsene (MBE) sowie den Jugendmigrationsdiensten (JMD) Informationen zum Thema Anerkennung einholen.

Was ist berufliche Qualifizierung?

Aus der Perspektive von Qualifizierungsteilnehmenden hat berufliche Qualifizierung das Ziel, die berufliche Handlungsfähigkeit zu erhalten oder zu erweitern. Damit ergeben sich bessere Zugänge zum Arbeitsmarkt und weitere Aufstiegsmöglichkeiten im Beruf. Dabei gibt es unterschiedliche Arten von Qualifizierungen. Diese reichen beispielsweise von innerbetrieblichen Maßnahmen ohne Prüfung bis hin zu Umschulungen und Nachqualifizierungen, die in einer beruflichen Abschlussprüfung (z.B. „Externenprüfung“) enden.

Wichtige Begriffe in diesem Kontext sind:

Anpassungsqualifizierung

Anpassungsqualifizierungen richten sich an Personen mit formalen Qualifizierungen (z.B. mit Teilanerkennungen), die im Aus- oder Inland erworben wurden und welche die Anforderungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt nicht (mehr) vollständig erfüllen. Unterschiede in den Ausbildungsinhalten können durch Anpassungsqualifizierung ausgeglichen werden. Im Anerkennungsverfahren können bei einer Teilanerkennung Anpassungsmaßnahmen in Form eines Lehrgangs oder eines Praktikums absolviert werden. So kann eine volle Anerkennung erworben und damit eine Formalisierung des Berufsabschlusses erreicht werden, ohne dass das erneute Ablegen einer Abschluss-Prüfung notwendig ist.

Nachqualifizierung

Unter Nachqualifizierung werden Qualifizierungsangebote verstanden, die auf das Ablegen einer Abschlussprüfung vorbereiten, die auch „Externenprüfung“ genannt wird (nach § 45 Abs. 2 Berufsbildungsgesetz (BBiG) bzw. § 37 Abs. 2 Handwerksordnung (HwO). Teilnehmende sind sowohl Personen ohne formale Qualifikation in dem entsprechenden Beruf als auch An- und Ungelernte mit einschlägigen Vorerfahrungen im jeweiligen Berufsfeld.

Ergänzungsqualifizierung/Brückenmaßnahmen

Als Ergänzungsqualifizierungen oder Brückenmaßnahmen werden Qualifizierungen verstanden, die nicht vorrangig auf die formale Anerkennung, sondern auf andere Bedarfsaspekte abzielen. Es sind Qualifikationen, die die qualifikationsadäquate Integration in den Arbeitsmarkt fördern.

Aufstiegsfortbildung
Eine Aufstiegsfortbildung soll dazu dienen, durch Erweiterung von Qualifikationen im Beruf weiterzukommen. In der Regel setzt Aufstiegsfortbildung eine abgeschlossene Berufsausbildung und eine einschlägige, meist mehrjährige Berufserfahrung voraus. Sie ist häufig durch Regelungen der Länder (z. B. Fachschulen), des Bundes oder der Kammern (z. B. Meisterprüfung) festgelegt. Typische Abschlüsse sind Meisterinnen/Meister, Technikerinnen/Techniker, Fachkaufleute, Fachwirtinnen/Fachwirte etc.

Umschulung

Eine Umschulung bezeichnet eine Maßnahme, die mit einem Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf endet. Voraussetzung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung oder Berufserfahrung. Eine Umschulung kommt meist in Frage, wenn der bisherige Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann (Arbeitslosigkeit oder Berufsunfähigkeit). Eine Förderung durch die Agentur für Arbeit ist möglich, um eine bestehende Arbeitslosigkeit zu beenden oder eine drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden.

Welche Möglichkeiten gibt es, eine berufliche Weiterbildung zu finanzieren?

Zur Finanzierung der beruflichen Weiterbildung gibt es eine Reihe von Finanzierungsinstrumenten. Im Folgenden ist eine (nicht abschließende) Auswahl an Fördermöglichkeiten für verschiedene Zielgruppen zusammengestellt.

 

Bildungsgutschein

Mit den Bildungsgutscheinen können Kosten für Aus- und Weiterbildungen von der Arbeitsagentur und den Jobcentern übernommen werden. Es muss sich dabei um eine Weiterbildung handeln, die Arbeitslose beruflich wieder eingliedert, drohende Arbeitslosigkeit abwendet oder die einen fehlenden Berufsabschluss ausgleichen soll. Eine weitere Voraussetzung sind drei Jahre Berufserfahrung. Die Arbeitsagentur oder das Jobcenter übernehmen auch die Kosten für Unterkunft, Anfahrt und Kinderbetreuung. Ob mit dem Bildungsgutschein eine Weiterbildungsmaßnahme finanziert werden kann, liegt dabei im Ermessen der Agentur für Arbeit bzw. des Jobcenters.

Weitere Informationen: Auf der Internetseite der Bundesagentur für Arbeit finden Sie weiterführende Informationen dazu, wie Sie den Bildungsgutschein erhalten und einsetzen können.

 

Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG), sogenanntes MeisterBAföG

Beim MeisterBAfög handelt es sich um die Förderung von Personen, die eine berufliche Aufstiegsfortbildung oder eine Existenzgründung anstreben. Es werden Personen finanziell unterstützt, die einen Meistertitel in Berufen wie dem Handwerk oder technischen Berufen erwerben wollen. Gefördert werden Fortbildungen von mindestens 400 Unterrichtsstunden. Es werden dabei vom Staat Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis zu 10.226 Euro übernommen. Bei Vollzeitmaßnahmen werden außerdem Zuschüsse für den Lebensunterhalt geleistet. Haben Personen einen akademischen Abschluss im Ausland erworben und wollen MeisterBAfög in Deutschland beantragen, ist dies nur möglich, wenn der Abschluss von derZentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) nicht als „gleichwertig“ eingestuft wird, da andernfalls schon ein akademischer Abschluss vorliegt und eine Förderung dann nicht möglich ist.

Weitere Informationen: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung bietet weiterführende Informationen zum Erhalt des MeisterBAfögs.

 

WeGebAU

Bei WeGebAU (Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen) handelt es sich um die (teilweise) Erstattung der Kosten einer berufsbegleitenden Weiterqualifizierung für geringqualifizierte Arbeitnehmer/innen und qualifiziert beschäftigte Arbeitnehmer/innen in kleinen und mittelständigen Unternehmen (KMU) mit bis zu 250 Mitarbeitende. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber eines KMU können die Förderung für Weiterbildungsmaßnahmen für ihre Angestellten beantragen. Die Arbeitnehmenden erhalten einen Bildungsgutschein, mit dem sie unter Fortzahlung ihres Gehalts für die Qualifizierung von der/dem Arbeitgeberin/Arbeitgeber freigestellt werden. Die Maßnahme muss der Erlangung eines Berufsabschlusses dienen, z.B. eine betriebliche Umschulung oder die Vorbereitung auf die Externenprüfung. Bei Arbeitnehmenden unter 45 Jahren in KMU muss der Betrieb mindestens 50% der Lehrgangskosten übernehmen. Die Arbeitgeber/innen erhalten abhängig vom Arbeitsausfall Zuschüsse zu den Lohnkosten.

Weitere Informationen: Auf der Homepage der Bundesagentur für Arbeit finden Sie weiterführende Informationen und Ansprechpartner/innen.

 

Bildungsprämie 

Die Bildungsprämie ist für alle Arbeitnehmende und Selbstständige, die mindestens 15 Stunden pro Woche arbeiten und die maximal ein jährlich zu versteuerndes Einkommen von 20.000 Euro haben. Es werden 50% (maximal 500 Euro) der Weiterbildungskosten übernommen. Bevor der Prämiengutschein eingelöst wird, muss eine von den fast 600 Beratungsstellen in Deutschland aufgesucht werden, die bei der Suche nach passenden Weiterbildungsangeboten und -trägern behilflich ist. Die Bildungsprämie kann dann für Angebote der beruflichen Weiterbildung (keine innerbetrieblichen Maßnahmen) eingelöst werden, wie Englisch- oder Computerkurse. Die Arbeitsagentur hat unter folgendem Link Weiterbildungsangebote zusammengefasst: kursnet-finden.arbeitsagentur.de. Die Datenbank enthält zudem Informationen darüber, ob Prämiengutscheine für die Weiterbildungsmaßnahmen eingesetzt werden können.

Weitere Informationen: Weiterführende Informationen zu der Bildungsprämie und zu den Beratungsstellen finden Sie auf der Homepage des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

 

"AusBILDUNG wird was - Spätstarter gesucht"

Die Initiative richtet sich an Personen ab dem 25. bis zum 35. Lebensjahr, die geringqualifiziert arbeitslos sind, Arbeitnehmende ohne Berufsabschluss oder mit Berufsabschluss aber mindestens vier Jahre eine an- oder ungelernte Tätigkeit verrichtet haben. Im Rahmen des Förderprogramms werden berufsanschlussfähige Teilqualifizierungen finanziert, sowie Qualifizierungen, die auf einen anerkannten Berufsabschluss abzielen, wozu auch innerbetriebliche Ausbildungen zählen. Zudem fördert die Arbeitsagentur bzw. das Jobcenter die Lehrgangskosten und umschulungsbegleitende Hilfen, genauso wie Fahrtkosten und Kosten für Verpflegung und Kinderbetreuung.

Weitere Informationen: Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage der Agentur für Arbeit.

Wo finde ich Beratung zum Thema Qualifizierung?

Bei der Suche nach einer passgenauen Qualifizierungsmaßnahme stehen Ihnen verschiedene Einrichtungen in Baden-Württemberg mit Informationen zur Verfügung. Das sind zum einen die Arbeitsagenturen und Jobcenter, aber auch die verschiedenen Kammern und Berufsverbände (z.B. die Landesärztekammer, Ingenieurskammer, Architektenkammer, der Deutscher Pflegeverband etc.) genauso wie kommunale Stellen (z.B. Wirtschaftsförderung) und Bildungsträger. Für Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich zur Qualifizierung ihrer Mitarbeitenden informieren wollen, bietet zudem der Arbeitgeberservice der Arbeitsagenturen Unterstützung und Beratung an.

Auch das IQ Netzwerk Baden-Württemberg bietet eine Beratung zur beruflichen Qualifizierung an. Adressaten des Angebots sind Ratsuchende mit einem ausländischen Berufsabschluss, die einen positiven oder negativen Bescheid von der Anerkennungstelle bekommen haben und nun weitere Unterstützung benötigen.

Sie erhalten Beratung zu folgenden Fragen:

  • Was ist eine „Teilanerkennung“, eine „teilweise Gleichwertigkeit“ und eine „Anerkennung unter Auflagen“?
  • Wie können „wesentliche Unterschiede“ ausgeglichen werden?
  • Wo gibt es Qualifizierungsmöglichkeiten zur Erlangung der vollen Anerkennung bzw. zur Berufszulassung?
  • Welche Qualifizierungsmaßnahmen passen am besten für mich? Wo gibt es sprachliche Unterstützung?
  • Welche Möglichkeiten gibt es bei einer Nichtanerkennung bzw. Ablehnung?
  • Wie können Qualifizierungen finanziert werden, wo gibt es Fördermöglichkeiten?

In allen vier Regierungsbezirken Baden-Württembergs gibt es eine IQ Qualifizierungsberatung. Gerne können Sie unsere Beratungsstellen kontaktieren.

Die Kontaktdaten finden Sie hier.

Welche Qualifizierungsmöglichkeiten gibt es?

Bei der Suche nach einem passenden Weiterbildungsangebot gilt es bestimmte Fragen zu berücksichtigen: Wie wird die Weiterbildung finanziert? Gibt es Möglichkeiten der Übernahme der Kosten durch Arbeitsagentur oder Jobcenter? Gibt es wohnortnahe Angebote? Wie lange dauert die Maßnahme? Wie kann der Abschluss verwertet werden?

Angesichts der Fülle an Angeboten auf dem Weiterbildungsmarkt stellt diese Suche häufig eine große Herausforderung dar.

Eine erste Orientierung bieten die Weiterbildungsportale sowie die strukturierten Übersichten verschiedener Weiterbildungsträger:

Kursnet: Das Portal der Bundesagentur für Arbeit enthält über 700.000 bundesweite Qualifizierungsmaßnahmen. Die meisten sind AZAV-zertifiziert, d.h. sie können über die Arbeitsagentur oder das Jobcenter gefördert werden.

Weiterbildungsangebote der Berufskammern: Die Kammern bieten branchenspezifische Fort- und Weiterbildungen an.

Industrie- und Handelskammern (IHK): Auf der Übersichtseite des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages gibt es eine Verlinkung zu den regionalen IHKn und deren Angeboten: http://www.bw.ihk.de/index.php?id=10 Das Weiterbildungs-Informationssystem der IHK und DIHK (Deutscher Industrie- und Handelskammertag) bietet außerdem die Möglichkeit nach geeigneten Seminaren, Trainerinnen/Trainer und IHK-Prüfungen im Bereich der Weiterbildung zu suchen: http://wis.ihk.de/

Handwerkskammern (HWK): Zu den Bildungsangeboten der HWKn in Baden-Württemberg gelangen Sie über die Weiterbildungsseite des Baden-Württembergischen Handwerkstages (BWHT). Diese finden sie hier.

Auf der Weiterbildungsdatenbank des Landes Baden-Württemberg gibt es Informationen zum Thema Weiterbildung und Links zu Kursen und Trägern: http://www.fortbildung-bw.de

Die Meta-Suchmaschine des Deutschen Bildungsservers für Weiterbildungskurse, InfoWeb Weiterbildung, sucht nach allgemeinen, politischen, wissenschaftlichen und beruflichen Fort- und Weiterbildungsangeboten (z.B. Seminare und Kurse, Fernunterricht, E-Learning / CBT / WBT). http://www.iwwb.de/

Informationen zu Fort- und Weiterbildungen in anderen Berufen und Berufsgruppen gibt es auf den entsprechenden Webseiten der Kammern oder Berufsverbände (z.B: Landesärztekammer BaWü, Ingenieurkammer BaWü, Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe; Verband Bildung und Erziehung BaWü).

Wichtige Akteure in der Weiterbildungslandschaft sind die Volkshochschulen in Baden-Württemberg. Die Fortbildungsangebote aus dem Bundesland lassen sich auf der Seite des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg recherchieren: http://www.vhs-bw.de/fortbildung/kurse

Kann ich ohne einen anerkannten Berufsabschluss arbeiten?

Im Bereich der reglementierten Berufe benötigen Sie eine vollständige Anerkennung Ihres Berufsabschlusses, um in Deutschland in Ihrem Beruf arbeiten zu können. Wird im Anerkennungsverfahren lediglich eine teilweise Anerkennung Ihrer Berufsqualifikation festgestellt, bedarf es für die vollständige Anerkennung entweder der Ablegung einer Prüfung (Kenntnis- bzw. Eignungsprüfung) oder die fehlenden Fertigkeiten können über eine Anpassungsqualifizierung erworben werden.

Im Bereich der nicht reglementierten Berufe ist eine formale Anerkennung der Berufsabschlüsse nicht zwingend notwendig, um den erlernten Beruf ausüben zu können.Sie können sich auch ohne Anerkennung in Ihrem Berufsfeld auf dem deutschen Arbeitsmarkt bewerben. Eine Anpassungsqualifizierung kann trotzdem sinnvoll sein, um fehlende Fähigkeiten und Kompetenzen auszugleichen und damit die Chancen auf einen Berufseinstieg oder einen beruflichen Aufstieg zu erhöhen. Weitere Informationen zu den Unterschieden zwischen reglementierten und nicht reglementierten Berufen finden Sie hier


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