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Botschafterin der Vielfalt

Schon vorher hat sich Pia Schmitt mit dem Thema „Diversity“ bestens ausgekannt. Dennoch profitierte die Migrationsbeauftragte der Agentur für Arbeit in Stuttgart enorm vom Lehrgang zur Interkulturellen Botschafterin – ein Projekt von k.l.e.v.e.r-iq.

Mein Haus ist international“, sagt Pia Schmitt und lacht. Menschen aus Italien, der Türkei, Afghanistan, aus arabischen Ländern – viele Nationalitäten gehen bei der Stuttgarterin auch privat ein und aus. Sie selbst war 23 Jahre mit einem Türken verheiratet, ihre drei Söhne sind in beiden Kulturen aufgewachsen. So lag es auf der Hand, dass die stellvertretende Teamleiterin des Arbeitgeberservices vor sechs Jahren die zusätzlichen Aufgaben der Migrationsbeauftragten übernahm. Auch wenn sie schon viel Wissen zu interkulturellen Themen gesammelt hatte, meldete sich Schmitt 2015 für den Lehrgang zur Interkulturellen Botschafterin an: „Ich fand die Inhalte interessant und wollte mein interkulturelles Wissen weiter vertiefen.“

Die Weiterbildung setzt sich aus fünf Modulen zusammen und dauert ein Jahr. Sie richtet sich an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundesagenturen für Arbeit und der Jobcenter. „Der Lehrgang ist ein strategisches Instrument“, betont Simone Fleckenstein, Koordinatorin des Lehrgangs, der Teil des Diversity-Projekts k.l.e.v.e.r-iq ist. „Die neu geschulten Fachkräfte sollen Impulse für die interkulturelle Öffnung ihrer Einrichtungen geben und ihr Umfeld sensibilisieren.“ Inzwischen findet der Lehrgang zum dritten Mal statt. Die Teilnehmergruppe ist oft heterogen: von Profis wie Pia Schmitt bis hin zu Neulingen aus der Arbeitsvermittlung. Die Trainerinnen und Trainer sprechen die Themen daher im Kurs ab. Auf diese Weise ist jeder Lehrgang anders. Bei den Teilnehmenden kommen diese Vorgehensweise und die Inhalte offenbar gut an: „Diese Schulung würde ich sofort noch einmal machen!“, versichert Pia Schmitt. Die Inhalte reichen von Strategien, wie sich auf Rassismus und Stammtischparolen reagieren lässt, bis hin zu Beispielen für ein einfaches, aber korrektes Deutsch, das Nichtmuttersprachler verstehen können und das ihre eigenen Sprachkenntnisse fördert. Außerdem sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an sich selbst arbeiten. Im Seminar werden sie animiert, ihre eigenen Bilder von Migrantinnen und Migranten zu hinterfragen. „Es gibt kein Handbuch“, sagt Diversity-Expertin Fleckenstein, „denn interkulturelle Kompetenz bedeutet, dass ich die Reaktionen meines Gegenübers auffangen und verarbeiten kann.“

„Die neu geschulten Fachkräfte sollen Impulse für die interkulturelle Öffnung ihrer Einrichtungen geben und ihr Umfeld sensibilisieren.“

Simone Fleckenstein, Koordinatorin des Lehrgangs
Volle Unterstützung bekommt das Konzept von der baden-württembergischen Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit. „Wir wollen die Arbeit in unseren Agenturen für Arbeit und in den Jobcentern weiterhin professionalisieren. Die Weiterbildung zum Interkulturellen Botschafter ist deswegen ein wichtiger Schritt zur interkulturellen Öffnung. Von der Stärkung der interkulturellen Beratungskompetenz profitieren sowohl unsere Kundinnen und Kunden, unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen als auch unsere Netzwerkpartner“, ist Christian Rauch, Leiter der Regionaldirektion Baden-Württemberg, überzeugt.

„Diese Schulung würde ich sofort noch einmal machen!“

Pia Schmitt

Für die diplomierte Sozialpädagogin Schmitt lag ein Mehrwert des Seminars darüber hinaus im Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen. „Wir konnten uns miteinander vernetzen und uns gegenseitig von unseren Projekten inspirieren lassen“, hebt sie hervor. Auf diese Weise hat sie zum Beispiel das Projekt StellA in Ludwigsburg besser kennengelernt, das die Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern forciert. Dieser Austausch war den frischgebackenen Interkulturellen Botschafterinnen und Botschaftern so wichtig, dass sie das neu geknüpfte Netzwerk weiter pflegen wollen und auch schon konkrete Termine für weitere Treffen vereinbart haben. Sicher profitieren dort auch Pia Schmitts Kolleginnen und Kollegen wieder von ihrer Kompetenz. Schon während des Studiums hatte sie interkulturelles Verständnis zu ihrem Thema gemacht und eine Arbeit über die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund geschrieben. „Meine Aufgabe sehe ich darin, den Finger in die Wunden zu legen und zu sagen, hier müssen wir hinschauen“, sagt Schmitt. Die Interkulturelle Botschafterin kämpft unermüdlich für die Sache. „Wir müssen verstärkt mehrsprachig auftreten. Auch die deutsche Beschilderung ist eine Herausforderung. Da sollte man mit mehr Piktogrammen arbeiten“, zählt sie schon neue Ziele auf, die sie in der Stuttgarter Agentur für Arbeit realisieren möchte. Und auch persönlich plant sie weiter. „Ich lasse mich in meiner Freizeit, in einer Weiterbildung, die ebenfalls von k.l.e.v.e.r-iq angeboten wird, zur interkulturellen Trainerin ausbilden.“ Ihre Tätigkeit ist für Pia Schmitt eben mehr als nur ein Job.

Über das Projekt

K.l.e.v.e.r-iq steht für kreative, lokale, effiziente, vernetzte, ergebnisorientierte und regionale Integration durch Qualifizierung. Ziel ist es, die Akteure auf dem Arbeitsmarkt für die Themen Diversity und Vielfalt zu sensibilisieren wie zum Beispiel mit dem Lehrgang zur Interkulturellen Boschafterin und zum Interkulturellen Botschafter.


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