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Auf Zukunft gebaut

In der IT-Branche werden händeringend Fachkräfte gesucht. Das Projekt Interprof-Tech des BEN Europe Institutes versucht, Brücken zu bauen, und hilft bei der Vermittlung internationaler Fachkräfte aus der IT- und Technikbranche. Für die Inderin Lakshmi Vuyyuru war das Projekt ein voller Erfolg: Seit wenigen Monaten arbeitet sie als Business Intelligence Developer bei arvato Financial Solutions.

Sie gehören zu den teuersten Gebäuden der Welt, man kann sie jedoch nicht kaufen und schon gar nicht anfassen. Die sogenannten Data Warehouses sind Informationsdatenbanken, in denen relevante Informationen gesammelt und aufbereitet werden, damit das Management entsprechende Entscheidungen treffen kann. Damit die Data Warehouses genau auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind, engagieren Unternehmen qualifizierte System-Architektinnen und -Architekten und Entwicklerinnen und Entwickler, wie zum Beispiel die Inderin Lakshmi Vuyyuru. Sie kennt sich mit solchen virtuellen Gebäuden gut aus, seit einigen Monaten ist sie bei dem Finanzdienstleister arvato Financial Solutions, der zu Bertelsmann gehört, als Business Intelligence Developer angestellt.

„Auch sprachlich hat mich der Kurs enorm weitergebracht. Ich habe viele Fachwörter gelernt, die ich heute im Arbeitsalltag ständig verwende.“

Lakshmi Vuyyuru

„Es ist ein tolles Gefühl, immer wieder neue Lösungen zu entwickeln“, erklärt die 30-jährige Informatikerin. „Jede Woche bekommen wir neue Anforderungen, da wird einem nie langweilig.“ Ihre Motivation und ihr Engagement werden von ihrem Arbeitgeber sehr geschätzt. Da die Aufgaben sehr komplex sind und umfassende Fachkompetenz erfordern, ist es gerade für Unternehmen wie arvato Financial Solutions, die als Finanzdienstleister sehr intensiv mit IT-Technik arbeiten, eine Herausforderung, geeignete Bewerberinnen und Bewerber für solche Stellen zu finden: „Insbesondere im IT-Bereich ist es schwierig, genügend neue Kollegen mit den entsprechenden Qualifikationen zu finden“, sagt Ingrid Gherman, Junior HRConsultant bei arvato Financial Solutions. „Dies wird dadurch verstärkt, dass wir Spezialisten mit sehr spezifischen Erfahrungen und Fachkenntnissen suchen.“ Umso erfreulicher ist es für die Personalmanagerin, dass es Projekte gibt, die diese Lücke schließen wollen.

Dass Lakshmi Vuyyuru ihren Weg zu arvato Financial Solutions gefunden hat, hat nicht nur mit ihrer Qualifikation zu tun – sie machte zunächst ihren Bachelorabschluss in Indien und absolvierte im Anschluss den Masterstudiengang –, sondern auch damit, dass sie bei ihrer Jobsuche auf einen angesehenen Vermittlungspartner im IT-Bereich gesetzt hat: „Wir arbeiten seit 2015 mit BEN Europe zusammen und haben bereits zwei Vakanzen im Bereich IT mit Fachkräften besetzen können, die unseren Anforderungen entsprechen“, sagt Gherman.

Die BEN Europe-Institute Qualification & Project Management UG vermittelt als Personaldienstleister internationale Fachkräfte an Unternehmen aus Baden-Württemberg und bietet gleichzeitig den Bewerberinnen und Bewerbern Brückenmaßnahmen zur Verbesserung ihrer Sprachfähigkeit und interkulturellen Kompetenz. Das Projekt „Interprof-Tech“, an dem auch Lakshmi Vuyyuru teilgenommen hat, wurde speziell für technische Fachrichtungen ins Leben gerufen: Die Teilnehmenden haben Informatik, Mechatronik, Elektrotechnik/Elektronik, Automatisierungstechnik oder ähnliche Fachrichtungen studiert. „Wir kommen aus den Bereichen Personalmanagement und interkulturelles Management“, sagt Geschäftsführerin und Projektleiterin Manuela Montesinos. „Wir unterstützen die Teilnehmenden dabei, in der deutschen Unternehmenskultur besser zurechtzukommen, und gehen dabei sehr praxisorientiert vor.“

Dass die deutsche Unternehmenskultur von der indischen abweicht, hat Lakshmi Vuyyuru gleich bei ihrem ersten Meeting zu spüren bekommen: „Wenn wir in Indien eine Besprechung haben, wird nicht nur über das vorgegebene Thema geredet, sondern wir unterhalten uns über sehr allgemeine Dinge. In Deutschland hingegen geht es gleich zur Sache“, erzählt sie.

„Wir arbeiten seit 2015 mit BEN Europe zusammen und haben bereits zwei Vakanzen im Bereich IT mit Fachkräften besetzen können, die unseren Anforderungen entsprechen.“

Ingrid Gherman, Junior HR-Consultant bei arvato Financial Solutions

Als Teilnehmerin des Interprof-Tech-Projekts hat sie die deutsche Kultur und den Arbeitsmarkt besser kennengelernt, ihr Verhandlungsgeschick trainiert, viel über Konfliktmanagement gelernt und einen fachspezifischen Sprachkurs absolviert. „Es hat mich sehr motiviert, in der Gruppe an diesen Themen zu arbeiten“, sagt Lakshmi Vuyyuru. „Und auch sprachlich hat mich der Kurs enorm weitergebracht. Ich habe viele Fachwörter gelernt, die ich heute im Arbeitsalltag ständig verwende.“

Sechs bis neun Monate dauert die Maßnahme in der Regel, auch nach erfolgreicher Vermittlung in Unternehmen werden die Teilnehmenden zum Teil weiterbegleitet. Die 15 Plätze, die das Projekt jedes Jahr zu bieten hat, sind begehrt: „Wir haben etwa vier Mal so viel Bewerberinnen und Bewerber, wie wir nehmen können“, sagt Manuela Montesinos. Die Teilnehmenden des Projekts kommen aus der ganzen Welt, Indien ist stark vertreten.

Einmal im Jahr fliegt Lakshmi Vuyyuru in ihre Heimat, um ihre Familie zu besuchen. Sonstige Zukunftspläne schmiedet sie derzeit nicht. Erst einmal möchte sie an dem Daten-Gebäude, das ihr anvertraut wurde, weiterbauen.

Über das Projekt

Das Projekt Interprof-Tech der BEN Europe-Institute Qualification & Project Management UG ist eine Weiterbildungs- und flankierte Maßnahme (Brückenmaßnahme) für ausländische Fachkräfte aus technischen MINT-Berufen (IT, Ingenieurinnen und Ingenieure). Es unterstützt Unternehmen in Baden-Württemberg bei der Rekrutierung und Bindung internationaler Fachkräfte. Während der sechs- bis neunmonatigen Brückenmaßnahme nehmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Modulen zur Verbesserung ihrer sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen, ihrer Integrationskompetenz und ihrer Beschäftigungsfähigkeit teil. Sie werden sowohl auf eine Festanstellung in Deutschland vorbereitet als auch bei der Eingliederung in den deutschen Arbeitsmarkt unterstützt.


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